«Die Erde singt» in neuen «Winterliedern» mit Chor und Harfe

January 8, 2018 | Author: Anonymous | Category: Kunst & Geisteswissenschaften, Darstellende Kunst, Theater
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Nr. 89 Dezember 2015

«Die Erde singt» in neuen «Winterliedern» mit Chor und Harfe Der Kammerchor Zürcher Oberland singt in Rüti neben Psalmen der Hoffnung «A Ceremony of Carols» und neue «Winterlieder» von Robert Griffin aus Wald Bethlehem. Das Mysterium von Licht und neuem Leben an sich, das aus dem Dunkeln entsteht, beschäftigt seit jeher Dichterinnen und Dichter wie auch Musiker weit über die christliche Tradition hinaus. So wird im ersten Teil des neuen Winterlieder-Zyklus «Die Erde singt» von Richard Crashaw beschrieben (aus dem 17. Jahrhundert), und von Benediktinerin Silja Walter (2011 verstorben) wird das Weihnachtswunder aus religiöser Sicht betrachtet. Der Brienzer Dichter Albert Streich (1897 bis 1960) bezeichnet dann das Ereignis Geburt als unglaubliches Wunder.

Im Mittelpunkt des Kammerchorkonzerts im Januar steht die Uraufführung des Liederzyklus «Winterlieder» des in Wald lebenden Komponisten Robert Griffin. Darin enthalten sind unter anderem Texte bekannter Schweizer Autorinnen und Mundartdichter. Ausgesucht und zusammengestellt wurden sie von Lotta Suter. Zudem wurden von ihr englische Originaltexte ins Deutsche übersetzt. Umrahmt wird der neue Winterlieder-Zyklus im Januar-Konzert des Kammerchors mit wunderschönen Psalmen der Hoffnung von Felix Mendelssohn Bartholdy: «Hebe deine Augen auf» wird vom Frauenchor a cappella gesungen. «Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir» (Psalm 91) singt der Doppelchor. Zwei Solosoprane, Chor, Horn und Klavier sind im Lobgesang «Ich harrete des Herrn» zu hören. Brittens «Ceremony» Das Chorwerk Benjamin Brittens «A Ceremony of Carols» ist für zwei Solosoprane, Chor und Harfe im Jahr 1942 für Weihnachten ge-

schrieben worden, und wird den «Winterliedern» von Robert Griffin vorangestellt. «Die Musik der ‹Winterlieder› ist als Begleitung und Ergänzung zu Benjamin Brittens Weihnachtszeremonie konzipiert und erinnert auf mannigfache Weise an das Werk des englischen Komponisten», wird in der

Licht aus dem Dunkel Viele bekannte Winterlieder besingen Weihnachten und die wundersame Geburt des Kindes in

Graue Jahreszeit und Suche nach Licht Der zweite Teil «Winterschatten» benennt das Graue dieser Jahreszeit und auch die Notwendigkeit, Wärme zu schaffen. Mundartdichter Streich rät, bei sich selber Feuer zu entfachen, und die Zürcher Journalistin und Dichterin Laure Wyss (1913–2002) wundert sich, woher die Natur im Winter die Kraft nimmt auszuharren. «Die zarteste Melodie» heisst der dritte Teil. Laure Wyss und die

Albert Streich.

Anna Maria Bacher.

Laure Wyss.

Silja Walter.

Robert Griffin und Lotta Suter haben «Winterlieder» komponiert und getextet.

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Einführung geschrieben. Beide Werke sind für Solo-Harfe und Chor komponiert und setzen ein Harfenzwischenspiel ins Zentrum.

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Nr. 89 Dezember 2015 Walser-Poetin Anna Maria Bacher (1947) möchten einen geheimnisvollen Glanz erstrahlen lassen. Robert Frosts Krähe bringt Lebensfreude, und das winzig kleine Vögelein Wendell Berrys füllt die ganze Welt mit Gesang. Die «Winterlieder» klingen im vierten Teil aus mit «Auf der Suche nach Licht». Anna Maria Bacher sieht schwarze Krähen auf weissem Feld und wie im Herzen schon der Traum roter Pfingstrosen erblüht. Albert Streich lässt am Ende die Märzensonne scheinen bis nach und nach der Winter vergeht. Musikalisches parallel zu Texten In den Texten, die durch die Musik zum Klingen gebracht werden, gibt es eine Entwicklung von den grösseren fröhlichen Gedichten zu individuelleren Betrachtungen mit einer Rückkehr zu Gedichten, welche die Gemeinschaft betonen. Parallel dazu bewegt sich die Musik von einer sechsstimmigen Besetzung zu kleineren Ensembles, bis nur noch die Harfe spricht. Darauf folgend baut sich die Musik wieder auf bis zum sechsstimmigen Lobgesang. Der Kammerchor führt das winterliche Programm mit Uraufführung unter der Leitung von Christof Ha-

73 nimann auf. Es wirken mit: Sopranistin Sarah Nathalie Maeder, Mezzosopranistin Barbara Hensinger, Harfenistin Priska Zaugg, Hornist Matthias Kofmehl, Pianistin Claudia Tschopp (www.kammerchor-zo.ch). Die Konzerte finden am Samstag, 30., und Sonntag, 31. Januar 2016, jeweils um 17 Uhr in der reformierten Kirche Rüti statt. Vorverkauf ab 4. Januar 2016 bei Da Capo, Rüti, Telefon 055 260 22 22 oder [email protected] Die Eintrittspreise sind Fr. 50.–/35.–, Ermässigung für Kinder, Studenten und Kulturlegi 50 Prozent. Susi Hofmann

Seit einigen Jahren singen der Amerikaner Robert Griffin und seine Frau Lotta Suter aktiv im Chor mit. Robert Griffin hat den Liederzyklus zum Thema Winter für den Kammerchor Zürcher Oberland komponiert. Die von Lotta Suter ausgesuchten Texte stammen von bekannten Schweizer Autoren, vom Engländer Richard Crashaw sowie von den Amerikanern Robert Frost und Wendell Berry. Sie hat auch die englischen Originaltexte frei ins Deutsche übersetzt. Robert Griffin, 1950 geboren, ist ausserhalb von New York aufgewachsen. Seit seiner Studentenzeit schreibt und komponiert der heute als Fachmann für Computersicherheit tätige Mann. Er singt, spielt Klavier und hat eine Kammeroper-Trilogie komponiert, wozu seine Frau, Lotta Suter, das Libretto geschrieben hat. Lotta Suter, 1952 geboren, ist in Brienz aufgewachsen, arbeitet als Journalistin, Buchautorin und Übersetzerin. Sie spielt seit ihrer Kindheit Violine, heute auch Kontrabass und ist Mitglied im Orchesterverein Rüti.

Der Kammerchor Zürcher Oberland mit Dirigent Christof Hanimann in der Kirche Rüti.

A N A C H R O N I S M U S MARCEL STÄHELIN

Ausstellung Ölbilder 2014 - 2015 | Berge, Landschaften, Licht

«MEZE», der in Rüti aufgewachsene Marcel Stähelin, ein begabter, stiller und freischaffender Zürcher Oberländer Kunstmaler, stellt seine neuesten Werke vom Samstag, 12., bis Sonntag, 19. Dezember, in der Kulturfabrik Wetzikon aus. Anachronismen nennt er seine diesjährigen Ölfarbenbilder, weil sie entgegen der heutigen Zeit anachronistische

Schönheiten darstellen. Digitalisierte Bilder unserer Zeit fluten auf allen Kanälen, sekundenschnell, live und in prächtigen Farben unsere Wahrnehmung. In nahezu tausendjähriger Maltechnik hält MEZE, entgegen dieser inflationären Bilderflut, seine Sujets in vollkommener Schönheit fest. Er empfindet seine Malerei als dekoratives Handwerk.

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