Dirigent Beat Spörri nahm Abschied vom Schlosschor

January 8, 2018 | Author: Anonymous | Category: Kunst & Geisteswissenschaften, Musik, Historische Musikwissenschaft
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Nachrichten aus Greifensee

Dirigent Beat Spörri nahm Abschied vom Schlosschor (gh) Mit zwei grossartigen Konzerten verabschiedete sich am Wochenende Beat Spörri als Dirigent des Schlosschors Greifensee. Beide Konzerte in der Schlosskirche Grüningen und in der reformierten Kirche von Volketswil bewiesen einmal mehr das hohe Niveau, das dieser Chor in den 15 Jahren unter der Leitung von Beat Spörri erreicht hat. Die 72 Sängerinnen und Sänger des Schlosschors, verstärkt mit acht Sängerinnen des Madrigalchors aus Wetzikon, und in Wechselfolge mit vier arrivierten Gesangssolisten und zwei vortrefflichen Pianisten, boten ihrem zahlreichen Publikum einen unvergesslichen Konzertabend. Spannendes Konzertprogramm Interessant ist die Auswahl der zur Aufführung gelangten Werke. Mit Johannes Brahms, Robert Schumann und Ludwig van Beethoven wurde ein Konzertprogramm mit Kompositionen von Meistern aus zwei Stilepochen gewählt. Denn obwohl Brahms («Wie gut hatten es doch die Alten, Starken, die sich gehen lassen konnten!») ein Verehrer von Mozart und Beethoven war, gehörten er und Schumann doch zu den ersten Repräsentanten eines neuen Musikzeitalters, welche die Kompositionstechnik der Alten Meister, zu denen Beethoven zählt, in ihren Musikdichtungen weiterentwickelten. Beat Spörri, der die aufzuführenden Werke jeweils mit dem Vorstand des Schlosschors abgesprochen hatte: «Schumann war diesmal gesetzt, weil seine Kompositio-

nen für Chöre besonders schwierig sind.» Die beiden anderen Werke ergaben sich wohl, da sie wegen deren Themen ins Konzert passten und die Mitwirkung von vier arrivierten Gesangssolisten und zwei Pianisten ermöglichten, welche das Konzerterlebnis noch bereicherten. Geniale Werke Johannes Brahms’ (1833 – 1897) «Liebesliederwalzer» (op. 52) beinhaltet 18 Lieder, die von den romantischen Empfindungen wie Liebesglück und Liebesleid – teils humorvoll, teils zornig – erzählen. Stimmgewaltig eröffnete damit der grosse Chor mit dem ersten Lied: «Rede Mädchen, allzu liebes, …» das Konzert; im zweiten Lied setzten Tenor Daniel Bentz und Bariton Chasper-Curò Mani (Nachfolger von Beat Spörri als Dirigent

Beat Spörri applaudiert den beiden Pianisten nach dem vierhändigen Klavierspiel. (gh)

4. Februar 2016 Seite 8

des Schlosschors) den wohltemperierten Kontra-Part zum Chor und ab dem dritten Lied gesellten sich nun auch Lena Kiepenheuer (Sopran) und Annina Haug (Mezzosopran) dazu. Der Liederreigen endete mit einem «… erschüttert von Liebe, Lust und Leide …» von Chor und Gesangs-Quartett. Mit dem «Requiem für Mignon» für Solostimmen, Chor und Orchester (op. 98b) vertonte Robert Schumann (1810 – 1856) den Text einer tragischen Episode in Goethes Roman «Wilhelm Meisters Lehrjahre». Dementsprechend beginnt auch der Chor das Werk feierlich, geführt vom Pianisten (und Korepetitor des Schlosschors) Konstantin Dyulgerov und den acht hervorragenden Sopranstimmen des Madrigalchors. Der folgende Wechselgesang mit den vier Solostimmen, in welchem Abschiedsschmerz, aber auch Trost ausgedrückt werden, forderte ein hohes Mass an Konzentration bei allen Akteuren und war ein eindrückliches Hörerlebnis. Den offiziellen Konzertabschluss bildete Ludwig van Beethovens (1770 – 1827) «Fantasie für Klavier, Chor und Orchester in c-Moll» (op. 80) – im besprechenden Konzert jedoch aus verständlichen Gründen als «Fantasie für Soli und Klavier» umbenannt. Obwohl auch bei dieser genialen Komposition Schlosschor und Gesangssolisten auf hohem Niveau

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Nachrichten aus Greifensee

Seite 9 4. Februar 2016

Die Solisten Lena Kiepenheuer, Annina Haug, Daniel Bentz und Chaspar-Curò Mani. waren, muss hier die Bearbeitung des Werks für ein vierhändiges Klavierspiel hervorgehoben werden; die vier Hände von Konstantin Dyulgerov und Andreas Gohl waren fulminant!

Nach dem Konzert: Beat Spörri mit seinem Nachfolger ChasparCurò Mani.

Noch ein Genius obendrauf Ein lang andauernder, herzlicher Ap-

plaus dankte dem Dirigenten, dem Schlosschor, den Gesangssolisten und den Pianisten für deren grossartige Leistung. Erfreut darüber hatte Dirigent Beat Spörri noch eine Zugabe im Ärmel: das Oratorium «Christus am Ölberge» von Ludwig van Beethoven. Dieses Oratorium wurde 1803 in Wien uraufgeführt und

Musikschule Uster-Greifensee

KunstGesellschaft Greifensee

Bruno Spoerri und das Dave Ruosch Trio

Schlusskonzert der Schaffhauser Meisterkurse

bot nun den Akteuren an diesem Abend in Volketswil nochmals die willkommene Gelegenheit, ihr imposantes Können zu zeigen. Und so verabschiedeten sie sich von ihrem Publikum mit dem jubelnden Schlusschor «Welten singen», «Preiset ihn, ihr Engelschöre».

Sonntag, 14. Februar, 17 Uhr, Landenberghaus Greifensee. Talente aus aller Welt setzen in Greifensee um, was sie an den Meisterkursen gelernt haben.

Sonntag, 7. Februar, 11.30 Uhr im Musikcontainer Uster Seit über 60 Jahren ist Bruno Spoerri auf den Bühnen des Schweizer Jazz präsent – in Basel, u.a. mit George Gruntz, dann in Deutschland mit der Modern Jazz Group Freiburg und in Zürich mit dem Metronome Quintett und mit Hans Kennel im legendären Africana. Neben seinen Tätigkeiten als Filmkomponist, als Avantgarde-Musiker in der Elektronikszene und als Buchautor kommt er immer wieder zum Saxophon und zum Jazz der Swing- und Bebop-Zeit zurück. Dave Ruosch ist einer der wenigen Pianisten, die die Musik von Fats Waller, Erroll Garner oder Count Basie noch stilgetreu spielen, aber auch den Anschluss an die Moderne nicht verloren haben. Er gewann 2012 zusammen mit seiner langjährigen Bühnenpartnerin Christina Jaccard den «Swiss Jazz Award», 2009 den «Vienna Blues Award» mit der Band Norbert Schneider R&B Caravan. Seit Jahren treten Bruno Spoerri und Dave Ruosch als Duo zusammen auf – nun ist zum ersten Mal das ganze RuoschTrio dabei.

Vorverkauf Apotheke Greifensee oder unter Telefon 044 941 47 14 oder [email protected] Billette Fr. 35.–/Jugendliche Fr. 15.–. Konzertkasse ab 16.15 Uhr, Türöffnung 30 Minuten vor Konzertbeginn. In Zusammenarbeit mit dem Musikkollegium Zürcher Oberland.

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