Kontrolle und Prävention (Lydia Pfennig)

January 14, 2018 | Author: Anonymous | Category: Wissenschaft, Geowissenschaften, Biogeographie
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Lydia Pfennig

Kontrolle und Prävention - Teil 1

Verantwortlichkeit und Kompetenz als Schlüsselrolle für das Eingreifen in Notsituationen: - bezeichnen Motivation und Fähigkeit - Studie von Schwartz & Ben David, 1976: Interventionsraten höher, wenn Verantwortlichkeit auf den Beobachter gerichtet war und wenn hoch kompetent - hohe Tendenz, Verantwortlichkeit zu verweigern  langsamer interveniert, v.a. bei starker subjektiver Kompetenz (K.)  niedrige K. genutzt als Ausrede des Nicht-Eingreifens - Bierhoff et al., 1990: Fragebogenstudie zu Intervention in Notsituationen  Beziehung subjektive K. - Verantwortlichkeit - Hilfsbereitschaft in Verbindung mit Ausbildung in Erster Hilfe und Alter  Ergebnisse: • Verantwortlichkeit stärkeren Einfluss auf Hilfsbereitschaft als K. • K. indirekten Einfluss auf Hilfsbereitschaft über Verantwortlichkeit • besser ausgebildete und alte Leute schätzten sich kompetenter ein • Alter beeinflusst positiv die Verantwortlichkeit  erweitertes Modell: • Einfluss von subjektiver K. auf Verantwortlichkeit durch Entscheidungskraft vermittelt • Verbindung von objektivem Wissen mit der Wahrscheinlichkeit des Eingreifens, meistens indirekt • Entscheidungskraft auch direkt positiven Einfluss auf Hilfsbereitschaft • Entscheidungskraft beeinflusst durch mitwirkende Traits (viel Selbstvertrauen erhöht Entscheidungskraft) • Empathie erklärt zusätzliche Varianz in Verantwortlichkeit, aber gering - Clark & Word, 1974: empirische Studie über Notfall-Intervention  Ergebnisse: • hohe K. beeinflusst die Wahrscheinlichkeit der Intervention und verbessert die Qualität der Hilfe • objektive K. (Ausbildungsgrad in erster Hilfe) beeinflusst die Bereitschaft zur Intervention nur durch subjektive K., welche durch Selbsteinschätzung vermittelt wird - bestimmende Faktoren auf subjektive K.: • objektive K. • Menge der Ausbildung in Erster Hilfe • Zeitpunkt der Ausbildung • demografische Variablen • Alter (mehr Erfahrung und Reife, bis altersbedingte Beeinträchtigungen zu verminderter Hilfsbereitschaft führen) • Geschlecht (Männer greifen häufiger aktiv in Notfällen ein) Solidarität: - verschiedene Bedeutungen: Unterstützung Gleich-Gesinnter, Glauben an die eigene Gruppe, Gemeinschaft mit unterprivilegierten Menschen in der Welt, Antizipation der Lebensbedingungen späterer Generationen - Solidarität (S.) kann entstehen durch Erkenntnis, dass man seine Ziele nicht auf individueller Basis erreichen kann  Allianz gleich gesinnter Personen führt zu gegenseitigem Erfolg und Erfolg in der Konkurrenz zu anderen Gruppen - verantwortliche Bürger helfen Mitgliedern aus der eigenen Gruppe, selten jedoch aus anderen Gruppen  Gruppensolidarität grundlegende Neigung menschlicher Natur; verstärkt durch Symbole, Rituale; fördert Gruppenzusammenhalt

- Menschen treten Gruppe bei, um gemeinschaftliches Wohl zu erhalten  Attraktivität der Gruppe hängt von Fähigkeit ab, kollektives Wohl zu produzieren und an die Mitglieder zu verteilen  Gruppenregeln regulieren Koordination und Einteilung - Menge der Verpflichtungen in einer Gruppe direkte Funktion auf Abhängigkeit der Mitglieder  je größer die Abhängigkeit, desto größer die Bereitschaft, etwas zur Gruppe beizutragen  Abhängigkeit größer, je mehr Vorteile Gruppe im Vergleich zur nächst besten bietet - Gruppen-S. auch Funktion der Kontrolle  effiziente Kontrolle erhöht Gruppen-S., wenn geringe Kontrolle, dann ist die Versuchung groß, nichts beizutragen während andere zum kollektiven Wohl beisteuern (Egoist)  aber je größer die Gruppe, umso schwieriger diese „Mitläufer“ (free riders) aufzudecken  Leute in kleinen Gruppen investieren mehr Anstrengung  soziales Faulenzen ist gemeinschaftliches Phänomen in Gruppen, erklärt durch Motivationsdefizite - zwei Typen von S.: • gemeinschaftliches Handeln auf der Basis gemeinsamer Interessen (dient der Selbstverbesserung (betont Werte wie Reichtum, soziale Macht, Autorität, soziale Anerkennung, Freiheit, Ehrgeiz, Erfolg, Familiensicherheit, Freude))  Ziel: Verbesserung der eigenen Situation  fight-solidarity • auf der Basis Interessen anderer (dient der Selbsttranszendenz (betont Werte wie Hilfsbereitschaft, Verantwortlichkeit, Ehrlichkeit, Loyalität, soziale Gerechtigkeit, Weltfrieden, innere Harmonie, Gleichheit, Einheit mit der Natur))  Erfüllung moralischer Pflichten motiviert durch soziale Verantwortung, Schuld durch Wohlstand, . . .  negativ korreliert - Durkheim, 1902: mechanische (in primitiven Gesellschaften) vs. organische S. (in modernen Gesellschaften)  stellte S. auf der Basis von Ähnlichkeit der S. auf Basis der Arbeitsteilung gegenüber - Bergson, 1933: instinktive vs. offene S. - Bayertz, 1998: Kampf- vs. Gemeinschafts-S. - Voland, 1999: altruistische vs. kooperative S. (basiert auf der Reziprozitätsnorm) - Menschen helfen nahe stehenden Verwandten mehr als entfernten oder Fremden - Eltern beeinflussen Bewusstsein der Kinder so, dass sie später dazu bereit sind, ihre Eltern zu unterstützen  Basis für altruistisches Verhalten in anderen Situationen  Kinder passen sich durch Nachahmung erfolgreich an - Reziprozität dann vorteilhaft, wenn Erfolg sehr unsicher ist - in letztem Jahrzehnt: gleichzeitig Rückgang von S. und neue Arten von S. („new social movements“, gekennzeichnet durch freiwillige Teilnahme, Zeitgrenzen der Beteiligung, spezifische Ziele, z.B. Selbsthilfegruppen) - S. in Empathie-Altruismus-Hypothese: S., die den eigenen Interessen dient, bezieht sich auf egoistisch motiviertes Helfen, S., die den unterprivilegierten Menschen dienen, auf altruistisch motiviertes und basiert auf Perpective taking - Arten der S.: S. auf Basis von:

Motivation

Wertorientierung

Antwort

Gemeinsame Interessen



egoistisch



Selbstverbesserung



gegenseitige Kooperation

Interessen Anderer



altruistisch



Selbsttranszendenz



bedingungslose Kooperation

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