Programmheft 2015

January 8, 2018 | Author: Anonymous | Category: Kunst & Geisteswissenschaften, Musik
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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

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Grußwort Kultur- u. Archivamt Dr. Maximilian Eiden

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Grußwort Bürgermeister Rainer Magenreuter

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07

Grußwort Christine Bremer-Frömmert

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Programmübersicht

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die Sänger und Darsteller

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die Instrumentalisten

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die Mitarbeiter am Festival

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Szenenführer

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Portraits der Sänger

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Portraits der Mitarbeiter

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Portrait Hans-Christian Hauser

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zur Inszenierung

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Wilhelm Tell als Nationalheld

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Programm Festivalkonzert

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Dank

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Unterstützung

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Impressum

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Grußwort Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Giacomo Rossini: Wilhelm Tell

Komponisten Festivalkonzert

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Grußwort Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg

Zum 27. Isny Opernfestival heiße ich alle Mitwirkenden sowie das opernbegeisterte Publikum sehr herzlich in Isny sowie in den beiden Gastspielorten Stuttgart und München willkommen. Die Isnyer vollbrachten vor 650 Jahren etwas, dessen Bedeutung damals wie heute nicht hoch genug eingeschätzt werden kann: Sie erkauften vom Truchsessen von Waldburg ihre Freiheit und machten Isny damit zur freien Reichsstadt. Frei zu sein – das war weder im Jahr 1365 eine Selbstverständlichkeit noch ist es das heute. Das führt uns die weltpolitische Lage immer wieder tragisch vor Augen: Gewaltsame Auseinandersetzungen und staatliche Repressionen verwehren immer mehr Menschen das Recht, ihr Leben frei zu gestalten. Wir sollten uns diese traurige Tatsache immer wieder bewusst machen, um zu begreifen, wie gut es uns in Deutschland geht. Das Isny Opernfestival nimmt das Jubiläum „650 Jahre Freie Reichsstadt Isny“ zum Anlass, um mit der Aufführung von Gioacchino Rossinis letzter geschriebener Oper „Wilhelm Tell“ dem Thema Freiheit auch auf der Bühne die ihm gebührende Bedeutung einzuräumen.

Dass sich eine Oper mit der Freiheit auseinandersetzt, ist dabei so richtig wie naheliegend, schließlich wusste schon Schiller, aus dessen Feder das gleichnamige Schauspiel stammt, dass „die Kunst eine Tochter der Freiheit“ ist. Die Aufführung von „Wilhelm Tell“ wird sicherlich ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte des Isny Opernfestivals werden. Dazu werden nicht zuletzt auch Studierende sowie junge Absolventinnen und Absolventen verschiedener Musikschulen beitragen, die beim Opernfestival traditionell die Chance erhalten, ihr Können auf der Bühne oder im Orchestergraben zu zeigen und damit die Aufführungen zu bereichern. Mein Dank gilt all jenen, die am Gelingen der Veranstaltung beteiligt sind und sich mit viel Engagement für eine gehaltvolle Kunst- und Kulturszene in Baden-Württemberg einsetzen. Allen Besucherinnen und Besuchern des 27. Isny Opernfestivals wünsche ich viel Freude an den Aufführungen.

Winfried Kretschmann Ministerpräsident des Landes BadenWürttemberg

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Grußwort Leiter des Kultur- und Archivamts des Landkreises Ravensburg

zupackender Hilfe an der Spielstätte, mit der gastfreundlichen privaten Unterbringung von Künstlern, nicht zuletzt natürlich durch großzügige Spenden. Unter den Förderern steht die Stadt Isny selbstverständlich in erster Reihe; neben dem Land Baden-Württemberg und dem Bezirk Oberbayern sind es weitere öffentliche Zuwendungsgeber und private Stiftungen, die den Wert dieses Projekts hoch schätzen und es unterstützen.

Isny feiert in diesem Jahr 650 Jahre reichsstädtischer Freiheit. Ganz bewusst greift die Isny-Oper einen Text und ein Musikdrama auf, die, 1804 und 1829 entstanden, vom europäischen Freiheitsstreben nach 1789 inspiriert wurden und sich beide das mittelalterliche Schweizer Vorbild aneigneten.

Auf Vermittlung von Landrat Kurt Widmaier gehörten in den letzten Jahren stets auch die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke zu diesen Förderern. Auf diese Weise leistet der Landkreis Ravensburg zu Recht einen Beitrag zu diesem in die Region seit 1989 fruchtbar ausstrahlenden und in seiner Qualität über die Region hinausweisenden Musiktheaterprojekt.

Uns, das Publikum, erwartet vor der eindrucksvollen Kulisse des Isnyer Rathauses wieder ein musikalischer Hochgenuss, dargeboten von jungen, hochbegabten Sängern und Instrumentalisten aus vielen Ländern unter der Leitung ihres Lehrers an der Münchner Hochschule für Musik und Theater, Hans-Christian Hauser, des Begründers, kreativen Kopfs und Taktgebers dieses Festivals.

Allen Freunden und Gästen des Isny-Oper Festivals wünsche ich glückliche Stunden mit Schillers freiheitstrunkenem Text und Rossinis kraftvoller, in der kleinen Besetzung neu zu entdeckender Musik.

Man muss nicht gleich den Rütlischwur als Vergleich heranziehen, aber ein außerordentliches Beispiel für Solidarität und Bürgersinn ist die Isny-Oper doch. Dass diese erstaunliche Leistung Jahr für Jahr möglich wird, ist das Verdienst vieler Einzelner, die sich in großer Einmütigkeit und Einsatzbereitschaft zusammenfinden und das Festival tragen. Viele Isnyer Bürger beteiligen sich mit vorbildlichem ehrenamtlichen Engagement, sei es mit

Dr. Maximilian Eiden Leiter des Kultur- und Archivamts des Landkreises Ravensburg

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Grußwort Bürgermeister der Stadt Isny, Rainer Magenreuter

Ganz herzlich bedankten möchte ich mich bei allen, die zum Gelingen des Festivals beitragen: Hans-Christian Hauser als Leiter auf und hinter der Bühne, den Verantwortlichen des Vereins Isny Oper e.V. und allen Gastgebern der Sänger und Musiker.

Herzlich willkommen zum Isny Oper Festival 2015! Isny feiert „650 Jahre Freie Reichsstadt“, und das Isny Opernfestival bringt dazu die passende Oper. Zu diesem Jubiläum hat Hans-Christian Hauser der musikalische Leiter des Isny Opernfestivals mit „Wilhelm Tell“ das passende Stück gewählt. Isny hat sich vor 650 Jahren vom Truchsessen freigekauft und auch bei „Wilhelm Tell“ geht es um die Befreiung aus Fremdbestimmtheit.

Ich lade Sie alle ein, mitzuerleben, wie der Wunsch nach Freiheit musikalisch verarbeitet worden ist. Ich wünsche der Isny Oper das passende Sommerwetter für die Freilichtaufführungen und freue mich auf ein hervorragendes Opernerlebnis 2015.

Mit unserem schönen Rathaus als Kulisse ist ein Spielort gewählt worden, der im Herzen der Stadt und quasi mitten in ihrer Geschichte liegt. Ein symbolträchtiger Ort, der zur der Oper passt. Wir sind alle gespannt, wie Hans-Christian Hauser das künstlerisch umsetzt.

Rainer Magenreuter Bürgermeister der Stadt Isny im Allgäu

Schon mehr als ein Vierteljahrhundert gehört das Isny Opernfestival zum kulturellen Sommer in unserer Stadt. An verschiedenen Spielstätten und immer mit professionellen herausragenden Sängerinnen und Sängern sowie Musikern. Es ist ein Festival, das einen sehr guten Ruf über Isny hinaus hat.

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Grußwort Christine Bremer-Frömmert Vorsitzende des Vereins Isny - Oper Festival e.V. Liebe Freundinnen und Freunde der IsnyOper.

Dieses Jahr werden wir freie Platzwahl haben, aber keine Sorge: Wo immer Sie sitzen werden, es gibt nur gute Plätze, die Sicht ist überall fantastisch.

Isny feiert dieses Jahr sein Jubiläum, 650 Jahre Freie Reichsstadt.

Jetzt müssen wir uns nur noch gutes Wetter wünschen, damit wir dieses unvergleichliche Ereignis mit einem realen Gebäude als Kulisse der Aufführung so richtig genießen können.

Damals kauften sich die Isnyer Bürger vom Stadtherrn Otto von Waldburg frei. Man könnte fast sagen, dass es eine Art unblutiger Revolution war. Das ist nun wirklich ein Grund zu feiern. Da passt Wilhelm Tell, der Freiheitskämpfer der Schweiz, wunderbar als Protagonist der diesjährigen Opernaufführung dazu. Und...wir spielen diesmal an einem ganz besonderen Ort, mitten in der Stadt, am geschichtsträchtigen Rathaus, der örtlichen "Schaltzentrale der Politik".

Ich wünsche Ihnen viel Freude! Christine Bremer-Frömmert Vorsitzende des Vereins Isny-Oper-Festival e.V.

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Programmübersicht WILHELM TELL Musiktheater-Event zum Jubiläum 650 Jahre Freie Reichsstadt Isny mit Musik der Oper „Guillaume Tell“ von Gioacchino Rossini und Texten aus Schillers „Wilhelm Tell“

Kartenvorverkauf Isny: Isny Marketing GmbH, Büro für Tourismus Tel.: 07562 97563-0 IGEL-Buchhandlung: Tel. 07562-8601 Kartenvorverkauf München: München-Ticket www.muenchenticket.de Tel. 089-54 81 81 81

ISNY 24., 26., 27. Juni 2015 jeweils 20:30 Uhr Freilichtbühne vor dem Rathaus Isny (bei ungünstigem Wetter halbszenisch im Kurhaus Isny)

Kartenvorverkauf Stuttgart: Theaterkasse des Wilhelma Theaters Tel. 0711 95 48 84 95 www.wilhelma-theater.de www.reservix.de

MÜNCHEN Allerheiligenhofkirche der Residenz Samstag, 04. Juli 2015, 19:30 Uhr

Gefördert von: Stadt Isny im Allgäu

STUTTGART Wilhelma-Theater Samstag, 11. Juli 2015, 19:00 Uhr

Ministerium f. Wissenschaft u. Kunst Baden-Württemberg Baden-Württemberg Stiftung

FESTIVALKONZERT Nikolaikirche Isny Sonntag, 20. Juni 2015, 20:00 Uhr

Oberschwäbische Elektrizitätswerke OEW Bezirk Oberbayern Trude-Scerri-Littmann-Stiftung

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Wilhelm Tell - Die Sänger und Darsteller Habsburger: Landvogt Gessler (Bass)

Oleg Tynkov

Rudolph der Harras (Tenor)

Jozef Ivaska

Berta von Bruneck (Sopran, brillante Partie)

Maria Anelli

Soldaten (pantomimische Rollen)

N.N.

Schweizer: Wilhelm Tell (heldischer Bariton)

Johann Winzer

Hedwig, Tells Frau (Mezzosopran)

Veronika Hintzen

Wälti, Tells Sohn (Sopran, lyrische

Elsa Kodeda

Partie mit Koloratur) Attinghausen, alter Landadeliger

Martin Bayer

(Sprechpartie und Chorbariton) Rudenz, Attinghausens Neffe (Tenor, brillante Partie)

Nam Won Huh

ein Fischer (Tenor mit Koloratur)

Gabor Molnar

Stauffacher (Bassbariton)

Andreas Truong

Gertrud, Stauffachers Frau (Chorsopran u. Sprechpartie)

Verena Maria Schmid

der junge Melchthal (Chorbariton u. Sprechpartie)

Christoph Nebas

Baumgarten (Sprechpartie u. Chorbariton)

Roland Albrecht

Armgard (Chormezzosopran u. Sprechpartie)

Samira Misimovic

Kinder, auch als Blumen und Fische

Paula Buchholz Senta Buchholz Anna Gebhardt Lina Krauß Pascal Nowarra

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Die Mitarbeiter am Festival

KOSTÜME

Diana Leist

BÜHNE u.größere REQUISITEN

Roman Wolski

REQUISITEN Blumen, Bienen, Fische

Susanne Krämer

sonstige REQUISITEN

Dorothee Schulz-Nowitzki

BELEUCHTUNG

Leo Walravens Linus Frisch

ASSISTENZ BÜHNE, REQUISITEN BELEUCHTUNG

Dorothee Schulz-Nowitzki Laurent Pfeiffer Maximilian Proksch Denise Widmann Vanessa Zacher

ASSISTENZ KOSTÜME

Sara-Lisa Bals

PUBLIKUMSBEREICH (Isny)

Christine Bremer-Frömmert

BÜHNENAUFBAU TECHNIK UND TRANSPORTE

Josef Kempter Hans Wagner Meinrad Fuchs

LICHTTECHNIK

Günther Frey meva ton & licht Reinhard Gomolka (für München)

MITARBEIT, PRESSE, PR

Karin Konrad Katharina Breyer

KÜNSTLERISCHE LEITUNG INSZENIERUNG UND MUSIKALISCHE LEITUNG

Hans-Christian Hauser

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Haus Tanne Eisenbach Gaststube geöffnet Samstags 12 bis 17 Uhr Sonntags 10 bis 18 Uhr

Remise von Haus Tanne Ausstellung: „Dorothea`s„ Kühe Porzellanpuppenwerkstatt Kreuzthal-Laden: Geöffnet: April - Oktober Mi - So von 11-16 Uhr

Sommerwerkstatt: Sa u. So von 11-16 Uhr www.haustanne.de

Die Instrumentalisten

1. VIOLINE

Christian Zahlten Hochschule für Musik und Theater München

2. VIOLINE

Valeria Dubrowina Dozentin an der Musikschule Altdorf

VIOLA

N.N.

VIOLONCELLO

Mirella Nagy Hochschule für Musik und Theater München

KONTRABASS

Hae-Jung Park Musikhochschule Trossingen

FLÖTE

Bruno Jouard Professor am Conservatoire de Massy

OBOE

Ketevan Tigashvili Hochschule für Musik und Theater München

KLARINETTE

Marvin Balzer Hochschule für Musik und Theater München

FAGOTT

Robert Oros Musikhochschule Trossingen

HORN

Traian Tulbure Philharmonie Cluj (Klausenburg)

TROMPETE SCHLAGWERK

Yael Gat Hochschule für Musik und Theater München

Moritz Schilling Leopold-Mozart-Institut der Uni Augsburg

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Szenenführer WILHELM TELL

ERSTER TEIL - Land in Unterdrückung 1 CHOR "Mild erglüht die Maiensonne, auf begrüßt sie mit Jubelklang!" Die Schweizer Bauern mähen ihre prächtigen Alpwiesen. 2 ENSEMBLE "...es fliegt der Kahn vom Strande, komm, Lieb´, zum Zauberlande, dort blüht dem Herzensbande ein Himmel süßer Lust" Ein Fischer fischt fröhlich im Vierwaldstädter See. Doch Wilhelm Tell beklagt, dass die Heimat in Sklavenbanden liegt. 3 CHOR "Erschallt, ihr frohen Festeslieder, von Tal und Bergen halle wieder Liederklang und Minnesang!" Unter der bäuerlichen Arbeit der Schweizer schießt Tell, der ein guter Schütze ist, ein Wild. 4 DIALOG "Des Landvogts Reiter kommen hinter mich, ich bin ein Mann des Tods, wenn sie mich greifen." Baumgarten hat den Schänder seines Weibes mit der Axt erschlagen. Er hofft, dass

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der Fischer ihn über den See in Sicherheit bringt. Wegen eines Unwetters zaudert der Fischer. Der mutige Tell jedoch ist bereit zur Hilfe. 5 ARIOSO "Es liegt dein Vaterland in Sklavenketten, ha, Fluch der blut´gen Tyrranei." Tell rettet Baumgarten in des Fischers Boot über den stürmischen See. 6 REZITATIV "Dem Mörder Fluch und Tod! Nennt den Verräter, allen droht sonst der Tod!" Rudolph der Harras verfolgt den flüchtigen Baumgarten in wütender Jagd. 7 ENSEMBLE (italienisch) "Pietoso ciel, accogli il priego nostro, dall´ira di quel mostro ne salva per pietà!" "Gütiger Himmel, rette uns vor dem Zorn dieses Ungeheuers" Während Rudolph der Harras aus den Schweizern herauspressen will, wer Baumgarten zur Flucht verhalf, beten diese zitternd, Gott möge ihnen gegen den Bedränger beistehen. 8 DIALOG "NIcht lang gefeiert, frisch! Die Mauersteine

Szenenführer WILHELM TELL

redlich meinen, still zu Rate gingen, wie man des Druck sich möcht´ erledigen." Stauffacher erhält von seiner Frau Gertrud den guten Rat, die Männer mögen sich mutig gegen die Unterdrückung zusammentun. Diese Idee erhält Zuspruch und Baron Attinghausen empfiehlt, dass die drei Länder Uri, Schwyz und Unterwalden einen heimlichen Bund schließen.

herbei, den Kalk, den Mörtel zugefahren!" Rudolph der Harras treibt die Schweizer zur Fronarbeit. 9 MUSIK Die Schweizer betrauern einen Schieferdecker, der tödlich vom Dach gestürzt ist. Die finanzielle Hilfe der mitleidigen Berta von Bruneck lehnen sie stolz ab.

13 CHOR "Schon sinkt die Sonne in die Fluten, in ihr Wellengrab. Die Berge, sie schauen in Rosengluten so hehr zum See hinab!" Die Bauern bringen das Heu ein.

10 DIALOG "Ich bin Regent im Land an Kaisers Statt und will nicht, dass der Bauer Häuser baue auf seine eigne Hand und also frei hinleb, als ob er Herr wär´ in dem Lande." Landvogt Gessler stört sich an dem Haus, das Stauffacher sich gebaut hat.

14 ENSEMBLE "Der Hirten Gesang tönt von ferne, er begrüßet die Nacht. Hört Gesslers Horn! Zur Heimkehr es ruft." Zum abendlichen Hornsignal begeben sich die Bauern nach Hause.

11 ENSEMBLE (italienisch) "Su, via, struggete, tutto incendete, orma non resti d´abitator." "Zündet alles an, macht das Haus unbewohnbar!" Rudolph der Harras setzt mit seinen Soldaten Stauffachers Haus in Brand. Den Schweizern bleibt nur, auf einen Tag der Rettung zu hoffen.

ZWEITER TEIL der ehrgeizige Kollaborateur 15 ROMANZE (italienisch) "Selva opaca, deserta, brughiera, qual piacer la tua vista mi dà!" "Dichter, einsamer Wald, Heideland, welche Lust gibt mir dein Anblick!"

12 DIALOG "Drum tät´ es gut, dass euer etliche, die´s

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Szenenführer WILHELM TELL

Berta von Bruneck schwelgt in romantischem Gefühle für Berge und Wald. Nur das Echo wird die Schmerzen ihrer Liebe zu Rudenz hören... 16 DUETT (italienisch) "Tutto apprendi, o adorata, il segreto del mio cor" "Vernimm, Geliebte, das Geheimnis meines Herzens" Rudenz sucht Berta des Nachts auf und findet Erfüllung in der Liebe zu ihr. 17 DIALOG "Ich kenne dich nicht mehr. Die Pfauenfeder trägst du stolz zur Schau, den Landmann blickst du mit Verachtung an." Rudenz wird von seinem Onkel, dem alten weisen Landadeligen Attinghausen zur Rede gestellt, dass er sich aus Karrierestreben und aus Schwärmerei für Berta von Bruneck an die habsburgische Beatzungsmacht anbiedere und seine eigenen Wurzeln verleugne. "Verblendeter, von eitlem Glanz verführt! Verachte dein Geburtsland" Doch Rudenz will nicht auf den Onkel hören: "Ich bin ein Fremdling nur in diesem Hause, ich gab mein Wort - lasst mich - ich bin gebunden."

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18 DUETT "Wie, vor dem Tyrannen willst du dich beugen, feig willst du dir erflehn des Wütrichs Gnadenblick?" Auch Tell stellt Rudenz zur Rede, mit mehr Erfolg. Rudenz bekennt sich nun zur Sache der Schweizer. "Kannst du mich so verkennen? Wer Schweizer sich will nennen, fühlt edlen Stolz entbrennen in kräftig freier Brust."

DRITTER TEIL der Schwur zu Zusammenhalt und Aufstand 19 DIALOG und MUSIK "Der Strang ist mir entzwei. Mach mir ihn, Vater!" - "Ich nicht. Ein rechter Schütze hilft sich selbst. "Tell erzieht seinen Sohn Wälti zur Eigenständigkeit. 20 DIALOG "Verbunden werden auch die Schwachen mächtig." - "Der Starke ist am mächtigsten ALLEIN." Stauffacher versucht Tell für Zusammenschluss und Aufstand gegen die Besatzungsmacht zu gewinnen. Tell, der mutige Einzelgänger, versichert ihn schließlich seiner Unterstützung.

Szenenführer WILHELM TELL

24 TERZETT (italienisch) "il rimorso che il cor gli martira dell´amor ogni nodo spezzò" "die Gewissensbisse, die sein Herz plagen, lassen ihn auf seine Liebe verzichten" Rudenz ist zutiefst berührt von den grausamen Methoden der Habsburger und macht sich Vorwürfe, bisher so naiv und untätig gewesen zu sein.

21 CHOR "Von Lust belebt, gleich Zephyrn schwebt mit frohem Sinn dein Fuß dahin." Die Landleute bei der Arbeit. 22 DIALOG "Wie die Schlinge lösen, die ich mir töricht selbst ums Haupt gelegt?" "Zerreiße sie mit männlichem Entschluss. Was auch draus werde - Steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz." Berta erweist sich als große Sympathisantin der Schweizer. Sie konfrontiert Rudenz mit der Grausamkeit des Regimes der Habsburger, und provoziert ihn, indem sie ihn als eitlen Karrieristen darstellt. Zudem raubt sie ihm die Illusion, dass er durch Anbiederung an die Habsburger ihre Hand erhalten könne. Nur, wenn er sich entschlossen auf die Seite seines Volkes stelle, beweise er wahre Liebe zu ihr und könne sie schließlich vor den Ränken des Kaiserhofes retten.

25 DIALOG "wir stiften keinen neuen Bund, es ist ein uralt Bündnis nur von Väter zeit, das wir erneuern!" Die Schweizer Männer treffen sich heimlich des nachts auf einer Bergwiese genannt Rütli. 26 ENSEMBLE "wir brechen sie, die Sklavenbande!" Die Schweizer schwören Rache gegen die Habsburger. Melchtals Sohn schwelgt in der Vison von Freiheit: "wenn von Alp zu Alp die Feuerzeichen flammend sich erheben, die festen Schlösser der Tyrannen fallen!"

23 DIALOG "...lässt ihn zu Boden werfen, den spitzgen Stahl ihm in die Augen bohren..." Stauffacher berichtet, dass Melchtal wegen eines kleinen Vergehens seines Sohnes von der Besatzungsmacht gefoltert und geblendet wurde. Verzweifelt und ohnmächtig hört der Sohn die schreckliche Nachricht.

-- Pause --

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Szenenführer WILHELM TELL

29 CHOR "Wonneblühen, Minneglühen füllt die Brust." die Schweizer Natur in sommerlicher Schönheit.

VIERTER TEIL Gesslers böseste Schikanen 27 ARIE und DUETT (italienisch) "ah! se privo di speme è l´amore, non mi resta che pianto e terrore!" "wenn die Liebe hoffnungslos ist, bleibt mir nichts als Weinen und Angst" Berta fürchtet, dass das Schicksal ihrer Liebe zu Rudenz nicht günstig sein wird, doch will sie sein Bild als ihren Befreier immer in ihrem Herzen tragen. Sie rät Rudenz zur Flucht, doch dieser will zu seinem Land stehen. Er sieht seinem Schicksal, das ihm auch den Tod bringen kann, mutig entgegen. "alla patria io penso. Sacrifizio io le offro immenso se la lascio nel martir." "ich denke an das Vaterland. Ich kann nicht länger zusehen wie es leidet."

30 ARIE "Euren Sinn, ihr Schweizer, zu beugen, sollt ihr vor diesem Hut euch neigen." Gessler befiehlt unter Androhung der Todesstrafe die Huldigung seines Hutes, den er auf offenem Platze zur Schau stellen lässt. 31 DIALOG "Was kümmert uns der Hut? Komm, lass uns gehen!" Tell erzählt seinem Sohn Wälti von der Unfreiheit der Länder, die unter Habsburgs Macht stehen. Die beiden kommen an Gesslers Hut vorbei. Sie sparen sich die Huldigung und werden alsbald von Rudolph dem Harras und dann von Gessler zur Rede gestellt. "Verachtest du so deinen Kaiser, Tell, und MICH, der hier an seiner Statt gebietet, dass du die Ehr´ versagst dem Hut, den ich zur Prüfung des Gehorsams aufgehangen?" Gessler verhängt eine perfide Strafe: "...mach dich fertig, einen Apfel von des Knaben Kopf zu schießen!"

28 DIALOG "Die Recht tun, eben die hasst er am meisten" Tell glaubt, dass Gessler ihm persönlich nichts anhaben werde, da er ihm einmal in einer gefährlichen Lage, zitternd in der steilen Felsschlucht, geholfen habe. Doch seine Frau Hedwig schätzt die grausame Persönlichkeit des Landvogts besser ein: "Er hat vor die gezittert - Wehe dir! Dass du ihn schwach gesehen, vergibt er nie."

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Szenenführer WILHELM TELL

35 DIALOG "Mit diesem zweiten Pfeil durchschoss ich - Euch,wenn ich mein liebes Kind getroffen hätte." Gessler möchte wissen, was es mit dem zweiten Pfeil auf sich habe, den Tell sich bereitgehalten hat. Er sichert ihm sein Leben zu, was auch immer ihm Tell zur Antwort gebe. Als Tell ihm die Wahrheit sagt, will Gessler ihn "führen lassen und verwahren, wo weder Mond noch Sonne dich bescheint, damit ich sicher sei vor deinen Pfeilen."

32 QUARTETT (italienisch) "Quel fasto m´offende, furente mi rende: dal fulmin colpito piegar ti vedrò.""Dieser Stolz beleidigt mich, macht mich wild. Der Blitz soll dich treffen!" Gessler ist voller Hass auf Tell. Tell beklagt das Schicksal, das seinen Sohn in solche Gefahr bringt. Doch Wälti sieht dem, was kommen mag, heiter und unerschrocken entgegen. Er ist bereit, mit dem Vater zusammen zu sterben. 33 DIALOG "Lasst es genug sein, Herr! Unmenschlich ist´s, mit eines Vaters Angst also zu spielen." Berta und Attinghausen versuchen vergeblich, Gessler von seinem grausamen Befehl abzubringen. Wälti jedoch macht seinem Vater Mut: "Der Vater trifft den Vogel ja im Flug, er wird nicht fehlen auf das Herz des Kindes."

36 ENSEMBLE (italienisch) "L´ira sol che m´accende può placar il lor sangue." "nur der Zorn der mich entflammt, kann sie endlich schwächen". Die fassungslosen Schweizer müssen zusehen, wie Tell von Gesslers Soldaten gefangengenommen und abtransportiert wird.

34 ARIE und CHOR "Nach oben richte den Blick, bete zu Gott. Nur er lenkt dein Geschick. Er schirmt im lieben Sohn des Vaters Leben." Tell hofft auf eine glückliche Fügung Gottes. Dann folgt der Apfelschuss. Er gelingt. Gessler sieht sich wütend einer jubelnden Menge gegenüber.

FÜNFTER TEIL Hoffnung auf Befreiung 37 DIALOG "Ihr solltet Gottes gnäd´ge Schickung preisen, die es so gut gelenkt!" Hedwig kann den kleinen Wälti unversehrt in die Arme schließen.

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SECHSTER TEIL die Befreiung

38 TERZETT "e s´ella ne predice un termine al dolor, la speme in essa il dice col suono dell´amor." "Berta prophezeit uns ein Ende der Schmerzen. Die Hoffnung erfüllt ihre Stimme mit liebevollem Klang". Hedwig und Berta sind glücklich, dass Wälti heil aus der bösen Sache herausgekommen ist. Sie ermuntern sich gegenseitig in Hoffnung auf einen guten Ausgang für Tell und für das Schweizer Volk.

41 DIALOG "Ja, er ist es selbst, der Landvogt, der da fährt - dort schifft er hin und führt im Schiffe sein Verbrechen mit!" Wälti beobachtet Gesslers Herrenschiff, in dem der gefangene Tell transportiert wird, im Gewittersturm auf dem Vierwaldstädter See. 42 DUETT mit CHOR (italienisch) "Salva Guiglielmo da fero artiglio" "Gott, befreie Wilhelm aus der grausamen Kralle!" Hedwig, Berta und die anderen Frauen beten für Tells Rettung.

39 DIALOG "Es hebt die Freiheit singend ihre Fahne. Drum haltet fest zusammen - fest und ewig!" Attinghausen ermuntert die Schweizer mit Nachrichten der Befreiung aus benachbarten Regionen.

43 DIALOG "...und an dem Ufer merkt´ ich scharf umher, wo sich ein Vorteil auftät zum Entspringen". Wälti und der Fischer werden Tells gewahr, dem mit Mut und List - über eine Felsplatte am Ufer - die Flucht von Gesslers Schiff gelungen ist.

40 ARIE mit CHOR (italienisch) "Sì, vendetta dell´empio facciamo: il sentiero additarvi saprò e Guiglielimo non morrà" "rächen wir uns an dem Gottlosen. Ich zeige euch den Weg! Und Wilhelm Tell wird nicht sterben." Rudenz setzt sich voll Begeisterung an die Spitze der Aufständischen.

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Szenenführer WILHELM TELL

48 MUSIK Gessler wird ermordet.

44 CHOR "O Licht des Himmels, du goldne Sonne, von deinem Throne blickst du auf uns herab." Die Schweizer feiern Tells gelungene Flucht.

49 DIALOG "Der Tyrann des Landes ist gefallen. Wir erdulden keine Gewalt mehr. Wir sind freie Menschen. Das Land ist frei!" Rudenz fällt Rudolph, dem Harras, der sein Schwert zieht, in den Arm. Gesslers Soldaten haben keine Macht mehr.

45 DIALOG "Durch diese hohle Gasse muss er kommen, es führt kein andrer Weg nach Küßnacht." Tell lauert Gessler in einem Hohlweg auf. 46 MUSIK Gessler mit seinen Soldaten zu Pferde vom Vierwaldstädter See kommend Richtung Küßnacht.

50 SCHLUSSCHOR "Die Sonne strahlt nach Sturmes Nacht! Freiheit steigt vom Himmel nieder, Freiheit nach Leidensnacht!"

47 DIALOG "Gerechtigkeit Landvogt! So du Gerechtigkeit vom Himmel hoffest, so erzeig sie uns!" Armgard, deren Mann seit Monaten im Kerker schmachtet, stellt sich dem Landvogt flehend in den Weg. Doch Gessler verschließt sich mit höchster Arroganz ihrem Bitten: "Ein allzu milder Herrscher bin ich noch gegen dieses Volk. Die Zungen sind noch frei, es ist noch nicht ganz, wie es soll, gebändigt. Doch es soll anders werden...den kecken Geist der Freiheit will ich beugen -"

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Porträts der Sänger Johann Winzer

Elsa Kodeda Sopran - Partie: WÄLTI, TELLS SOHN

Bariton - Partie: WILHELM TELL

Elsa Kodeda studierte Gesang an der Musikhochschule in Kazan (Russland, Tatarstan) und schloss ihre Ausbildung im Fach Gesang und Vokalpädagogik mit Auszeichnung ab. Meisterkurse bei Galina Wischnewskaja, Karina Lisizian, Cheryl Studer, Susanne Kelling vervollständigen ihre Ausbildung. Sie ist Preisträgerin der internationalen und nationalen Gesangswettbewerbe in Moskau, Königsberg, Kazan (Liedwettbewerb "Romansiada" 2003, "Bernsteinnachtigall" 2004 u.a.). Nach der Gesangstudium sammelte sie Erfahrungen im Opernstudio im Permer Opernhaus und danach war sie im Sapaev-Opernhaus (Republik Mari El, Russland) engagiert, wo sie unter anderem als Angele (Graf von Luxemburg), Brigitta (Iolanta), Gräfin Ceprano (Rigoletto) zu erleben war. Oft trat sie mit Kazaner Philharmonie und dem Kammerorchester "La Primavera" auf. Seit 2009 lebt sie in Deutschland, gibt regelmäßig Liederabende und übernimmt solistische Partien in Oratorien und Messen. Beim Isny Opernfestival 2014 sang sie die Partie der falschen Angèle in Kurt Weills "Der Zar lässt sich photographieren" und mehrere Partien in Misha Spolianskys Revuetheater "Es liegt in der Luft"

Bevor sich Johann Winzer entschied, Sänger zu werden, studierte er in München Physik und evangelische Theologie. In seiner künstlerischen Arbeit ist es sein Bemühen , die dargestellte Figur zu ergründen, auch im Oratorium den emotionalen Gehalt des Werkes auszuloten. Kunst soll den Zuhörer berühren, und nicht nur museal betrachtet werden. Er studierte bei namhaften Lehrern wie Hendrik Siffert in Strassburg, Siegfried Jerusalem in Nürnberg, Pier Miranda-Ferraro in Mailand, Aldo Baldin in Karlsruhe, Reinhard Leisenheimer in Köln und Reiner Goldberg in Berlin. Szenischen Unterricht hatte er bei Renate Ackermann in Karlsruhe. Er arbeitete mit so bedeutenden Dirigenten wie Eugene Kohn, Richard Barker, John Keenen, zuletzt war er gern gesehener Gast bei den Tiroler Festspielen in Erl unter der Leitung von Gustav Kuhn. Sein umfangreiches Repertoire umfasst vor allem das deutsche Fach, im italienischen Fach sang er bislang den Cavaradossi, Radames und den Henry im Mantel. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt der Neuen Musik. Er gestaltete u.a. die Rolle des Tenors in der Uraufführung von „Dialects“ von Pia Gilbert an der Oper Bonn, gab den Oberst in der Gespenstersonate von Aribert Reimann an der Staatsoper Hamburg, den Hauptmann im Wozzeck und den Eremiten im Simplicius Simplicissimus von Karl-Amadeus Hartmann. Seine umfangreiche Konzerttätigkeit führt ihn seit geraumer Zeit durch ganz Deutschland und ins Ausland bis nach Amerika und Japan.

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Porträts der Sänger Nam Won Huh

Maria Anelli Sopran - Partie: BERTA VON BRUNECK

Tenor - Partie: ATTINGSHAUSEN NEFFE studierte Gesang an der Yonsei University in Südkorea. Diplom und Meisterklassendiplom der Hochschule für Musik und Theater in München (Musiktheater und Konzertgesang, bei Prof. Daphne Evangelatos). 2009-2011 im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper seit 2012 im Opernensemble des Stadttheaters Heidelberg. Er gewann zahlreiche Preise: 2. Preis beim Schubert-Lieder Wettbewerb, 2006, 1. Preis „Su-Ri“ Internationalen Wettbewerb in Korea 2006, 1. Preis und Sonderpreis beim „Belcantare" 2006, Förderpreis beim „RichardStrauss Wettbewerb"in München 2009, 4. Preis "Ferruccio Tagliavini" Internationalen Wettbewerb in Österreich 2009, 2. Preis beim Anneliese Rothenberger Wettbewerb in Schloss Mainau 2009,er sang folgende Opernpartien: Paolino in "Il matrimonio segreto" und Graf in "Wiener Blut", Der Spielmann in "Die Bernauerin", Liverotto in Donizettis "Lucrezia Borgia", Nemorino in "L'elisir d'Amore", Sigurd in Andy Papes "Sigurd der Drachentöter", Lampwick in Jonathan Doves "Pinocchio", Don Ramiro in "La Cenerentola", Lindoro in Haydns "La Fedelta Premiata", Kosak in Tschaikowskys "Mazeppa",Graf Almaviva in "Barbier von Sevilla", Orcane in Jomellis "Fetonte"usw... er trat an folgenden Bühne auf: Prinzregententheater München, Bayerische Staatsoper, Staatstheater Stuttgart, Städtische Theater Chemnitz, Landestheater Innsbruck, Schwetzinger Schloss, Komische Oper Berlin, Daegu Opernhaus Seoul, Hong Kong Arts Festival... mit dem Bayerischen Rundfunkorchester der Hund in Harneits "Abend am Fluss" (Simone Mayr) sang er eine CD-Aufnahme "La Lodoiska". s Am Theater Heidelberg spielte er Belmonte in "Die Entführung aus dem Serail"

Maria Anelli, lyrische Sopranistin, wurde in Bari/Apulien geboren und begann ihre musikalischen Studien bei dem Bariton Luigi De Corato. Ihr Abschlussdiplom machte sie am Konservatorium Niccoló Piccinni in Bari und perfektionierte dann ihre stimmliche Technik und Interpretationkunst bei der Sopranistin Luciana Serra, der Sopranistin Mirella Parutto und dem Dirigent Julius Kalmar. Ihr Debüt gab sie in der Oper "La Traviata" von Giuseppe Verdi, in der sie die Rolle der Violetta spielte. Danach sang sie die Partien der Fiordiligi in "Cosí fan tutte", der Gräfin in "Le Nozze di Figaro". Beim Isny Opernfestival 2011 sang und spielte sie im "Schlauen Füchslein" von Leos Janacek die Partien Frantik, Frosch, Hahn, Pasek, Specht und junges Füchslein. Maria Anelli hat mit der Orchestra Giovanile di Chioggia und der Filarmonia Veneta zusammengearbeitet, außerdem mit dem Böhmischen Sinfonieorchester Budweis. Sie konzertiert regelmäßig in Italien und Deutschland. Sie arbeitet beim Italienisches Kulturistitut München und Forum Italia als Gesanglehrerin, Musiklehrerin, Leiterin des Kinderchores sowie des Opernchores. Apollon in Rihms "Dionysos", Alfred in der "Fledermaus", Ferrando in "Cosi fan Tutte“. Zudem pflegt er ein großes Repertoire an kirchenmusikalischen Werken mit Konzerten in Heidelberg, Augsburg, Regensburg, München u.a. Bei Hans-Christian Hausers Chagall-Projekt "Nous sauterons jusqu`à la lune" 2009 im Gasteig München sang er diehohe Tenorpartie.

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Porträts der Sänger Gabor Molnar

Veronika Hintzen Mezzosopran, Partie: HEDWIG, TELLS FRAU

Tenor, Partie: DER FISCHER

Veronika Hintzen, geboren 1986 in Landshut, konnte bereits zu Schulzeiten als Stipendiatin der Bayerischen Singakademie erste Bühnenerfahrung sammeln. Während ihres Gesangs-Studiums bei Beela Müller und Marilyn Schmiege an der Musikhochschule München sang sie unter anderem die Partien der Venere aus „Il ballo delle Ingrate“ (Monteverdi), des Cherubino aus „Le nozze di Figaro“ (Mozart), der Ottavia aus „Il Giuoco del Quadiglio“ (Caldara) sowie der Angelina aus „La Cenerentola“ (Rossini). Zudem war sie Mitglied im Extrachor des Gärtnerplatztheaters München, sang bei der Neuburger Kammeroper die Marchesa aus „Die verkehrte Welt“ (Salieri) und übernahm bei der Oper „Shemfaruja Lei“ des jungen Münchner Komponisten Philip Lipsky (Uraufführung 2014) die Rolle der Gräfin. Seit April 2014 ist sie als Sopran im Taufkirchner Vokalquartett von St. Johannes festes Ensemblemitglied.

Der Tenor Gabor Molnar wurde 1984 im ungar ischen Ozd geboren. 2006-2011 studierte er an der Ferenc Liszt Musik Akademie in Budapest Gesang bei KS Magda Nador und Istvan Andrejcsik. Er besuchte Meisterkurse bei Eva Marton, Martina Veh und Nicholas Clapton. Während seiner Studienzeit hatte er zahlreiche Opernauftritte und Konzerte wie z.B. am Palast der Künste Budapest und Miskolc, Theater Kolibri, Konzerthalle Szolnok, Königliches Schloss Gödöllö, Kiscelli Museum. Er gastiert weiterhin bei ungarischen Festivals. 2010 folgte ein Engagement am Bâtiment des Forces Motrices Genf, wo er den Prinz in der szenischen Uraufführung von Frank Martins Aschenbrödel sang. Sein Repertoire umfasst die Tenorpartien der Opern Haydns, Mozarts, der Oratorien Bachs, Händels und Haydns, aber auch das Tenorsolo in der Carmina Burana sowie diverse Operetten und Liederzyklen. Seit der Spielzeit 2011/2012 ist er fest am Theater Augsburg engagiert.

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Porträts der Sänger Andreas Truong

Verena Maria Schmid Chorsopran, Sprechpartie GERTRUD, STAUFFACHERS FRAU

Bariton, Partie: STAUFFACHER Andreas Truong wurde 1990 in Vietnam geboren und lebt seit seinem zweiten Lebensjahr in Deutschland. Schon früh führte ihn sein Vater zur Musik, so dass er bereits mit sieben Jahren zum ersten Mal mit den Tasten eines Klaviers in Berührung kam. Mit elf Jahren lernte er dann Gitarre, bis er schließlich im Alter von 15 Jahren so fortgeschritten war, um selbst Unterricht zu erteilen. Zu diesem Zeitpunkt entdeckte er auch seine große Leidenschaft für den Gesang, die ihn letztlich zur Musikhochschule für Musik und Theater in München führte. Sein Diplom im Fach Musikpädagogik und Gesang absolvierte er im Frühjahr 2015 mit sehr gut. Andreas Truong besuchte verschiedene Meisterkurse im Fach Gesang in Deutschland und über nationale Grenzen hinweg. Seit 2014 singt er in der Interpretationsklasse für slawische und jüdische und slawische Musik von Hans-Christian Hauser.

Verena Maria Schmid wurde in München geboren und begann bereits in ihrer frühesten Jugend Klavier und Geige zu spielen und im Kinderchor zu singen. Von Oktober 2010 bis Juni 2014 studierte sie an der Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz Gesang im künstlerischen Fach bei Prof. Andreas Lebeda. Dort war sie in diversen Opernproduktionen zu hören u.a. in der Titelrolle „Angela“ in der Uraufführung „Angela und der kleine Bär“ von Helmut Rogl und als Pamina in Mozarts „Die Zauberflöte“ 2013 im Brucknerhaus Linz, 2014 in mehreren konzertanten Aufführungen in Kooperation mit dem akademischen Gymnasium Linz. Sie sang in zahlreichen Kirchenkonzerten mit geistlichem und barocken Programm u.a. in der Ursulinenkirche Linz, außerdem mehrmals solistisch in der vielbeachteten Konzertreihe „vokal.isen“ im Festsaal der Spittelwiese in Linz. In diesem Festsaal sang sie mit ihrer Kollegin Fenja Lukas auch zwei Liederabende mit romantischem Repertoire. Im Juni 2014 schloss sie ihr Bachelorstudium in Linz mit Auszeichnung ab und studiert derzeit im Master Konzertgesang an der Musikhochschule München bei Prof. Ingrid Kaiserfeld.

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Porträts der Sänger Christoph Nebas

Martin Bayer

Chorbariton, Sprechpartie: DER JUNGE MELCHTHAL

Chorbass, Sprechpartie: ATTINGHAUSEN

Seine musikalische Laufbahn begann im Kinder- und Jugendchor der Musikschule Kaufbeuren und reicht heute hin zu Engagements bei (Opern-)Projekten z.B. in Fürth (Händeloper Esther), der Staatsoper München (Duszynskis "Hiob"), in Wolfratshausen (Lortzings "Opernprobe") und verschiendenen Projekten beim BR (z.B. Liederkreis Schumann CD-Aufnahme, Paradisi Gloria). Momentan ist er Mitglied des Madrigalchors an der Hochschule für Musik und Theater München. Dort studiert er Lehramt für Gymnasium im 10.Semester mit Hauptfach Tuba. Er hat Gesang als Profil/Schwerpunktfach bei Bernhard Spingler. Davor hatte er schon Gesangsunterricht bei Frau Ute Büttner, Heike de Young und Florian Dengler. Auch besucht er die Interpretationsklasse für jüdische und slawische Vokalmusik bei Hans-Christian Hauser.

Martin Bayer, geboren in München, fand seinen Weg zur Bühne zunächst über kleine Engagements beim Bayerischen Fernsehen (Die Löwengrube, Tatort). Er hat zahlreiche Auftritte in kleinen Partien und im Bewegungschor am Gärtnerplatztheater, dem Residenztheater München und der Bayerischen Staatsoper. So zeigt er seine tänzerischen Fähigkeiten im Residenztheater bei "Der Untergang des Hauses Usher" sowie in "Lulu" und "Il Turco in Italia" im Opernballett der Bayerischen Staatsoper. Bühnenkampf vollführt er in "Faust" am Residenztheater und "Macbeth" bei den Salzburger Festspielen. Als Schauspieler ist er zu hören in "Das Weisse Rössl" oder "Der Mann im Mond" am Gärtnerplatz, im Kino zu sehen bei "Asterix" und "24/7 - The Passion of Life". Als Sänger trat er im SpielArt-Festival in München und Biennale München "Wir" auf.

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Porträts der Sänger Roland Albrecht

Samira Misimovic

Chorbariton, Sprechpartie: BAUMGARTEN

Chormezzosopran, Sprechpartie: ARMGARD die in Nürnberg geborene Sängerin mit bosnischen Wurzeln hat ihr Diplom im Studienfach Elementare Musikpädagogik sowie Gesang erfolgreich abgeschlossen. Sie nimmt regelmäßig an verschiedenen Fortbildungen, Workshops und Meisterkursen im Bereich Stimme und Elementare Musikpädagogik teil, unter anderem bei Frau Rume Urano, Frau Mari Honda, Frau Michaela Widmer, Herr Werner Beidinger. Samira arbeitete an verschiedenen Projekten im Rahmen von «Tanz in Schule e. V.» mit, in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater und der Stadt München. Sie ist die Leitern des Kinderchores St. Maximilian, mit demsie in regelmäßigen Abständen Konzerte gibt. Zudem hat sie Konzertauftritte bei verschiedenen Veranstaltungen, Gemeinden und Altenheimen unter anderem in München, Augsburg sowie Ingolstadt.

Roland Albrecht begann 2001 zunächst mit körperorientierter Stimmbildung, die dann zu klassischem Gesangsunterricht bei verschiedenen Lehrern in München führte. In der Folgezeit nahm er an mehreren „Meisterkursen für klassischen Gesang“ in Prag teil. Durch die Zusammenarbeit mit seinem aktuellen Lehrer Engelbert Kohler (Memmingen) konnte er seine Stimme mit großem Erfolg weiterbilden. Seither studierte er für diverse Opernproduktionen in Dachau, in München oder in der MEWO Kunsthalle in Memmingen Rollen und absolvierte Auftritte in "Rigoletto" (Monterone), "Don Giovanni" (Masetto/Komtur), in der "Zauberflöte" (Priester), im "Freischütz" (Eremit/Samiel), in "Carmen" (Escamillo) und in einer irischen und deutschen Produktion von "Hänsel und Gretel" (Vater). Danaben tritt er mit Liederabenden und mit geistlicher Musik in Kirchenkonzerten in Erscheinung, so in Haydns „Schöpfung“ mit der Partie des Erzengels Raphael.

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Porträts der Sänger Jozef Ivaška

Oleg Tynkov Tenor, Partie: RUDOLPH DER HARRAS

Bass, Partie: LANDVOGT GESSLER Oleg Tynkov, Bass, stammt aus Lemberg (Lviv) in der Ukraine, wo er nach der mittleren Reife den Beruf Techniker für Druck und Verlagswesen erlernte. Seine große Liebe gilt jedoch dem Gesang und dem Theaterspiel. Bereits in der Schule und in der Berufsschule sang er im Chor und spielte Theater. 2005 kam er nach Deutschland. Seit 2013 besucht er in Weiden in der Oberpfalz die Franz Grothe Musikschule im Fach Gesang. Dort sang und spielte er auch in zwei Musicalaufführungen: in „König der Löwe“ den Scar und in "Geiger auf dem Dach" den Tevie Milchmann. Seine Lehrerin, die Opersängerin Veneta Radoeva, schenkt ihm Freude am Gesang und hilft ihm, seine Bassstimme zu entwickeln. Er singt in der russischen Gesangsund Volkstanzgruppe "Kalinka" in Weiden. Bei den Theateraufführungen der jüdischen Gemeinde zum Purimfest spielt er die Rollen des Mordechai und des Haman. Im Jahr 2014 besuchte er in der Lichtenburg (Südtirol) eine Meisterklasse für Gesang bei Professorin Ingrid Bär, die ihm auch als Mentorin zur Seite steht. Die Rolle des Gessler ist seine erste Opernpartie. Er möchte drei Charakterzüge des Gessler zum Ausdruck bringen: den verrückten, unausgeglichenen Sadisten, denn stolzen Machtmenschen und den Spaßmacher mit teuflischer Seele.

Jozef Ivaška, Tenor, geboren 1974 in der Slowakei, studierte an der Akademie der Künste Banska Bystrica, am Konservatorium in Bratislava und an der russischen Elitesängerschule im Marinsky-Theater in St. Petersburg. Er sang in der Staatsoper Banska Bystrica den Wenzel in "Die Verkaufte Braut" und den Freddy in "My Fair Lady". In "Tosca" sang er den Spoletta. Im Salzburger Festspielhaus den Tommy in der Operette "Das Fernes Gluck". Als Jan Janicki in "Bettelstudent" von Karl Millöcker, nahm 2007 auf einer Tournee durch Deutschland teil. Seit 2007 lebt er in den U.S.A. Dort hat er Auftritte unter anderem in der Oper AMATO, dem kleinsten Opernhaus der Welt. 2014 spielte er den Beppe in "Pagliacci" in der Amore Opera in New York und den Bastien in "Bastien und Bastienne" mit der New Jersey Garden State Opera. Beim Isny Opernfestival war er 2007 Pedrillo in "Die Entfuhrung aus dem Serail", 2008 Marullo in "Rigoletto", 2009 Schneck in "Der Vogelhandler", 2010 Tisiphone in "Hippolyte et Aricie" und 2011 Schulmeister in "Das Schlaue Füchslein".

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Porträts der Mitarbeiter Roman Wolski

Diana Leist Kostüme

Bühnenbild

Diana Leist, aufgewachsen in Wangen im Allgäu, machte zunächst eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei Hymer Leichtmetallbau .1989 ging sie in die USA 1990-1994 Fashion/Costume Design Studium, mit Auszeichnung abgeschlossen. 1993-1994 Certificate Program CDCollege in Los Angeles, danach 6 Monate Praktikum im Image Design Studio D. Weiss in Los Angeles, Thema: Image und Modeberatung. Aufträge für Design (Freelancing) in Los Angeles und San Francisco. Schon während des Studiums Assistenzen und eigene Arbeiten bei diversen Theater- und Music- Companies im Kostümebildnern in LA. 1996-99 Assistant/ Executive Director für das Bear Valley Music Festival, (zweiwöchige Konzertreihe mit Inszenierungen wie z.B. “Die Fledermaus“, “Der Barbier von Sevilla“). Seit 1998 beschäftigt sie sich mit SchmuckDesign, "Certification Programm" auf der Revere Acadamy of Jewelry Arts, San Francisco - 2000/2003. Im Jahr 2000 ebenso Ausbildung zum PMC Instructor (Precious Metal Clay), 2000-2006 eigene Schmuckkollektion in hochwertigen Boutiquen undGalerien verkauft, 2006-2008 eigenes Schmuckgeschäft in Tahoe City. 2008 kehrte sie nach Wangen im Allgäu zurück. Sie war Kostümbildnerin für die Opernbühne Württembergisches Allgäu. (2010-

Roman Wolski, geboren 1950 in Wangen, 1972 Ausbildung zum Schauwerbegestalter bei der Firma Orion Ravensburg. 1972-1978 Schauwerbegestalter im Bekleidungshaus Bredl Ravensburg. 1979 Volontär, Kirchenmaler und Restaurator bei Josef Schugg, Kimratshofen / Allgäu. 1980-1990 Schauwerbegestaltung, Entwurf, Interieurdesign und Modellbau. 1991-2009 Entwurf, Computer Design Planung, Domicil Möbel GmbH Weingarten / Lindau Modellbau und Bauleitung, Deuter GmbH Augsburg Entwurf, Interieur und Messe. Seit 2010 an der Freien Schule Allgäu, Wangen. Er schuf das Bühnenbild für das Isny Opernfestival 2013 und 2014. -------

2015. u.a. Die Zauberflöte, Die Lustige Witwe, Der Freischütz) und 2011 für das Musical "Der Himmel über dem Bodensee" zur 200 Jahrfeier in Friedrichshafen. Sie schuf die Kostüme für die Produktionen des Isny Opernfestivals 2010-2015 sowie für Hans-Christian Hausers Kafka-Projekt Der Schlag ans Hoftor 2013. "Ein Leben ohne Design und kreatives Schaffen kann ich mir gar nicht vorstellen, das ist meine große Leidenschaft!", sagt Diana Leist.

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Hans-Christian Hauser Künstlerische und musikalische Gesamtkonzeption und Leitung

HANS-CHRISTIAN HAUSER ist in Stuttgart geboren, in Isny im Allgäu aufgewachsen, an der Hochschule für Musik und Theater München ausgebildet.

erweiterte sie um den Bereich Jüdische Vokalmusik. Zahlreiche Konzerte mit Studenten dieser Klasse, Rundfunkaufnahmen für den Bayrischen Rundfunk, Kooperation mit den jüdischen Kulturtagen Hannover und München, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Europäischen JanuszKorczak-Gesellschaft, Auftritt bei den jüdischen Kulturwochen Stuttgart.

Maßgeblicher künstlerischer Einfluss durch folgende Lehrer: Bärbel Herzog-Werner (pianistisches Klavierspiel), Siegfried Vogel (sächsische Kirchenmusiktradition: Orgel und Kirchenmusik), Erik Werba (Liedgestaltung), Andrej Kucharsky (slawische Oper und Lied, langjährige Mitarbeit in der von ihm gegründeten Klasse für slawische Vokalmusik und bei den Osterkursen in Karlový Vary), Reri Grist (deutsches und italienisches Repertoire, Mitarbeit in ihrer Klasse), Marshall Raynor (Schauspiel und Inszenieren, Zusammenarbeit beim Isny-Oper Festival) sowie Kantorin Roslyn Barak (jüdisches Gesangsrepertoire, gemeinsame Konzerte für den SWR, den Jüdischen Nationalfonds und das Isny-OperFestival).

Komponist von mehreren Zyklen jüdischer bzw. chinesischer Thematik für Sänger und Instrumentalensemble, die in München und Stuttgart bzw. in Peking (s.u.) mit großem Erfolg aufgeführt wurden. Fein stilisierte Inszenierungen für die Reaktorhalle (2006 Strawinsky "DIE NACHTIGALL") und den Carl-Orff-Saal im Gasteig (2007 Ullmann "DER KAISER VON ATLANTIS", 2008 "WIE EINE LILIE UNTER DORNEN..."-Szenen über Frauengestalten mit Musik jüdischer Komponisten, darunter Samuel Adlers "Nuptial Scene"). Weiter komponierte er und inszenierte dort "NOUS SAUTERONS JUSQU´A LA LUNE""WIR WERDEN BIS ZUM MOND SPRINGEN", musikalisch-szenische Collage über Bella und Marc Chagall (im Rahmen der jüdischen Kulturtage München 2009), "PLÖTZLICHES HERZ", Szenen zu Gedichten des israelischen Dichters Dan Pagis (zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus 2011) sowie "DER SCHLAG ANS HOFTOR",

Beschäftigung mit verschiedensten Fremdsprachen, wie Ivrith, Chinesisch, Russisch, Italienisch, Französisch. Langjährig Dozent an der Hochschule für Musik und Theater München, übernahm er 2003 die Leitung der Interpretationsklasse für Slawische Vokalmusik für Studenten im Fach Sologesang sowie für Pianisten und

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Hans-Christian Hauser Künstlerische und musikalische Gesamtkonzeption und Leitung

Szenen zu 17 kurzen Erzählungen Franz Kafkas (Februar 2013, auch im WilhelmaTheater Stuttgart).

Weitere Auslandsengagements in San Francisco (szenische und musikalische Leitung eines "Ariadne auf Naxos"-Opernprojekts), Rumänien (Dirigent und Klaviersolist mit der Philharmonie Arad) und Erbil im irakischen Kurdistan (Konzerte im Rahmen der deutschen Kulturtage, Gastdozent an der Musikakademie, Dirigent des Orchesters Kurdistan).

Künstlerische Leitung des Isny-Oper Festivals, ein Sommerfestival gefördert nach den Richtlinien des Ministeriums für Kunst Baden-Württemberg, wo er jährlich eine Opern(Freilicht)produktion vor historischer Kulisse inszeniert, einstudiert und dirigiert, flankiert von Orchester- und Kammerkonzerten sowie Kleinproduktionen. Regelmäßige Aufführungen in München (Allerheiligenhofkirche bzw. Cuvilliéstheater) und in Stuttgart (Wilhelma-Theater). 2015 bringt er sein 27. Festivaljahr auf den Weg. Ausführliche Information darüber bietet die Internetseite www.isny-oper.de

Als Organist gestaltet er Orgelkonzerte (z.B. Basilika Weingarten, Milleniumskirche und Dom Temesvar) und zahlreiche Gottesdienste, meist in verschiedenen Kirchen in Isny, mit feinem, fantasievollem Spiel.

Viele Male war er Gastdozent in China (Shanghai Conservatory, Zentrales Konservatorium Peking, Pädagogische Universitäten Peking, Changchun, Harbin), gab dort zahlreiche Konzerte als Dirigent und Gesangsbegleiter war Jurymitglied im Internationalen Wettbewerb Ningbo; 2011 inszenierte und dirigierte er ein szenisches Projekt mit Studenten der Pädagogischen Universität Peking mit selbst komponierten Vertonungen von 13 alten chinesischen anekdotischen Kurzgeschichten ("DER KÖNIG VON CHU SCHLÄGT DIE TROMMEL") im CAFA-Kunstmuseum Peking.

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Zur Inszenierung

In meinem Arrangement des Tell-Themas betreibe ich das Gegenteil von Purismus. Sondern ich möchte den Freie Reichsstadt-jubiläumsberauschten Isnyern und dem aus ruhigerer Distanz betrachtenden Theaterpublikum in München und Stuttgart aus vorgefundenem dramatischen und musikalischen Material eine kurz gefasste, kurzweilige und spannende Geschichte präsentieren, die uns alle einmal mehr bestätigt und beflügelt in unserer Liebe zur Freiheit, im Stolz auf moderne politische Errungenschaften und in der tiefen Abneigung gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Gewalt. Völlig heterogene Elemente mische ich wild durcheinander: Schillers geniale Dialoge und Monologe, Rossinis Opernkomposition auf deutsch (insbesondere für den Helden Tell und für die Schweizer) und auf italienisch (insbesondere für Rudenz und Berta, die brillanten Liebenden) dabei die französische Originalsprache außer acht lassend. Alles stark gekürzt, das dramaturgisch etwas schwache Rossini-Libretto durch Details aus Schillers spannendem Drama gewürzt und bereichert. Und vielleicht gerade in dieser Mischung eine Essenz der Wahrheit herausarbeitend: eine Atmosphäre zusammensetzend, die den Charakter der Schweiz trifft, für die sich dieses Drama in Wirklichkeit abspielte und das deren Selbstverständnis bis heute fundamental bestimmt ...und zu einem gewissen Grad auch die der sonstigen Alemannen und Freien Reichsstädter im schwäbisch-alemannischen Gebiet... Die ganz unterschiedlichen Texte und Musiknummern unserer Inszenierung stellen vier Grundcharakterzüge ins Rampenlicht: 1) deutsches Naturgefühl romantischer Art - in den auf deutsch gesungenen Chören 2) alemannischer Sinn fürs Praktische und Sparsame - in Schillers geflügelten Worten ("Die Axt im Haus erspart den Zimmermann") 3) italienische Brillanz - in Rossinis Liebesduetten, Terzetten und heldischen Bravourarien 4) berauschtes Freiheitspathos im Stile der Grande Opera - in den Verdi-artigen großen Ensembles von Rossini und in den freiheitsbegeisterten Monologen und Schlagabtauschen in Schillers glühender Sprache Auf einem Volk mit diesen Grundcharakterzügen gedeiht das Tell-Freiheitsdrama. (Man mag die Frage stellen, was die italienische Brillanz hier zu suchen habe. Doch befindet sich die Schweiz am äußersten Südende des deutschsprachigen Gebietes, und die intensive Sonne, auch im Winter auf Schnee, bringt schon etwas von südlicher Energie zutage...)

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Zur Inszenierung

Das Kostümbild und mancherlei Requisiten spielen andeutungsweise auf die mittelalterliche Epoche an, doch geht es uns nicht um ein Historiendrama, sondern um das Zeitlose dieser politischen Unterdrückungs- und Freiheitsdramatik. Die vier stilisierten Rechtecke auf dem Obergewande, mit denen unsere Kostümbildnerin Diana Leist jeden einzelnen Spieler je unterschiedlich charakterisiert, mögen auf die Energie verweisen, die die oben genannten vier Grundcharakterzüge in sich vereint. Lassen wir also mit diesem musikalisch-theatralischen Abend von einem der Gefühle umfassen, die wir alle lieben und jederzeit in uns tragen: Das Gefühl der Befreiung, das Gefühl der gewonnenen Freiheit, das uns mit mächtigen Flügeln aufwärts trägt. Hans-Christian Hauser

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Gioachinino Rossini Wilhelm Tell Als Sohn eines Trompeters und einer Bäckerstochter kam am 29. Februar 1792 Gioachino Rossini in Pesaro zur Welt. Mit acht Jahren erhielt Rossini seinen ersten Gesangsunterricht, nachdem die Familie nach Rom gezogen war. Als die Familie 1802 nach Lugo in der Provinz Ravenna zog, lernte Rossini den wohlhabenden Giuseppe Malerbi kennen, durch den er in den ersten Kontakt mit der Musik Haydns und Mozarts kam. So entstand 1804 die erst Komposition für zwei Violinen, Violoncello und Kontrabass Sei sonate a quattro. Der erneute Wohnsitzwechsel nach Bologna 1806 ermöglichte Rossini ein Studium am Liceo Musicale, an dem er Violoncello und Klavier studieren konnte, später auch Kontrapunkt bei Stanislao Mattei. Inspiriert von Haydn, Mozart und Cimarosa schrieb er 1809 seine erste Oper Demetrio e Polibio. Diese veröffentliche er vorläufig noch nicht. Nebenbei trat Rossini einige Male als Sänger auf, da er eine sehr gute Sopranstimme besaß. Erst als er 1810 nach Venedig ging, trat er erstmal als Komponist in Erscheinung: seine Oper Il cambiale di matrimonio wurde mit großem Erfolg aufgeführt. Er schrieb noch einige Opern, von denen aber nur wenige bekannt wurden. Erst mir Tancredi konnte er erneut einen herausragenden Erfolg feiern. Daraufhin wurde Rossini 1815 Direktor der zwei Opernhäuser in Neapel, für die er unter anderem die Oper Il barbiere de Siviglia schrieb. Der Erfolg dieser Oper war erst gebremst, da vor ihm schon Giovanni Paisiello eine Opera buffa mit derselben Handlung geschrieben hatte. Dessen Anhängern missfiel die Neuauflage durch Rossini anfangs sehr, was aber die folgende Erfolgsserie der Oper nicht aufhalten konnte. Somit erhielt Rossini auch den Beinamen Meister der Opera buffa. 1825 erhielt er eine Anstellung als Leiter der italienischen Oper in Paris, die er aber aufgrund der Julirevolution 1830 wieder verlor. Seine letzte Oper nach 39 anderen sollte Wilhelm Tell (1829) sein, die aber auch seine einzige Grand Opéra war. Aufgrund eines Nervenleidens, an dem er seit 1831 litt, erhielt er 1836 von der französischen Regierung eine Pension auf Lebenszeit. Nachdem er ab 1839 Leiter des Liceo Musicale wurde verließ er dieses 1848 schon wieder, da politische Unruhen Bologna gefährlich machten. So zog Rossini erneut nach Paris, wo er am 13. November 1868 starb und auf dem Friedhof Père Lachaise beigesetzt wurde. Die Oper Wilhelm Tell ist in mehrerlei Hinsicht eine Ausnahme in Rossinis Repertoire. Wie schon erwähnt, war die am 3. August 1829 uraufgeführte Oper die letzte Oper Rossinis, wie er der damaligen Presse auch so mitteilte. Doch auch die Tatsache, dass Rossini sie ganz auf Französisch verfasst und auch aufgeführt hat, ist etwas Besonderes. Alle anderen Opern von ihm waren alle auf Italienisch. Diese französische Grand Opéra lässt sich auch mit den Opern von Spontini oder Auber vergleichen, die diese neue Gattung entscheidend

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Gioachinino Rossini Wilhelm Tell geprägt hatten. Es gibt ein paar Hinweise darauf, dass Wilhelm Tell mit seinem dramatischem Ende und ästhetischem Anspruch als ein musikalisches Testament gesehen werden kann: zum einen das Sujet, das an das gleichnamige Drama von Schiller angelehnt ist und von dem schweizerischen Rebellenheld Wilhelm Tell handelt, zum anderen aber auch die Ankündigung als letzte Oper. Die erste Fassung des Librettos von Étienne de Jouy (1764-1846) wurde sehr lange und bekam wegen des politikkritischen Inhalts Probleme mit der französischen Regierung. Danach musste das Libretto überarbeitet werden und Hippolyte Bis wurde als neuer Librettist engagiert, der dann auch eine Neufassung hervorbrachte. Dies aber sollte für spätere Inszenierungen problematisch werden. Der Pariser Troupenas veröffentlichte bereits 1829 eine Partitur von Wilhelm Tell, ohne dabei aber zu berücksichtigen, dass bei den Proben für die Uraufführung noch einige Änderungen vorgenommen wurden, die nur in den Aufzeichnungen Rossinis oder der Pariser Opéra notiert waren. Dazu kamen noch Publikationen in deutscher oder italienischer Sprache und eine dreiaktige Fassung von 1831 mit einem neuen Finale, wodurch ein umfangreicher Berg an handschriftlichen und gedruckten Versionen entstand. Bei der Inszenierung in der Pariser Opéra durch Rossini selbst konnte der Tenor Adolphe Nourrit als Arnold gehört werden, der zur damaligen Zeit als einer der besten Tenöre galt. Dass Rossini eine auf drei Akte gekürzte Version der Oper vorgestellt hatte, lag vermutlich an der mageren Euphorie des Publikums nach der vorigen langen Aufführung. Erst nach dieser neuen Version ist die Oper mit großem Erfolg vom Publikum angenommen worden. Dennoch würde eine gesamte Aufführung dieser Fassung immer noch etwa fünf Stunden dauern. Das Sujet wurde in kurzer Zeit zu einem europäischen Schlager. In den folgenden Jahren nach der Uraufführung folgten weitere Inszenierungen unter anderem in Brüssel, Prag oder Wien. Erst nach dem Ersten Weltkrieg ging der Erfolg der Oper zurück und Neuinszenierungen wurden seltener. In den 1970er Jahren entstanden dann wieder Aufführungen auf einem sehr hohen Niveau, wie etwa beim Maggio Musicale Firenze (1972), in Zürich (1982), an der Mailänder Scala (1988) oder beim Rossini-Festival in Pesaro (1995), welches eine komplette Rekonstruktion der Uraufführung in Paris zeigte. Claudius Grath

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Wilhelm Tell Ein Nationalmythos mit weitreichenden Folgen

Das Drama „Wilhelm Tell“ von Friedrich Schiller aus dem Jahre 1804 handelt von dem Jäger Wilhelm Tell, der sich zur Wehr gegen den Vogt Gessler und der damit verbundenen Herrschaft Österreichs über die Schweiz im 12. und 13. Jahrhundert setzt. Schillers Auffassung eines Naturrechts, das keine Unterdrückung des Einzelnen vorsieht und sich durch Selbstbestimmung charakterisiert, wird in Wilhelm Tell verkörpert. Schon Goethe hatte die Idee, die Sage in einem deutschen Drama zu verarbeiten, wie aus einem Brief an Friedrich Schiller hervorgeht. Doch Goethe hat das Thema nicht behandelt und so fing Schiller 1803 mit der Arbeit an dem Drama an. So wurde das Stück am 17. März 1804 im Weimarer Hoftheater uraufgeführt. Für die ersten vier Akte orientierte sich Schiller an der Schweizer Chronik von Ägidius Tschudi, erst im fünften Akt weicht er etwas von der Vorlage ab. Diese Chronik, Chronicum Helveticum, beschreibt die geschichtlichen Ereignisse der Schweiz zwischen 1000 und 1470. Tschudi stellt die Begebenheiten sehr subjektiv dar und verwendet umstrittene historische Dokumente, die möglicherweise von ihm an seine Darstellungen angepasst wurden. So entsteht auch die Sage um Wilhelm Tell, die die Grundlage für Schillers Drama bildet. Schillers großes Interesse am Thema Freiheit hatte er beispielsweise im Drama "Die Räuber" schon gezeigt. Manche Kritiker schreiben die besondere Vorliebe Schillers zum Freiheitsgedanken seiner ungewollten beruflichen Laufbahn zu. Ursprünglich wollte Schiller Pfarrer werden, aber unter der Führung des Landesfürsten Herzog Karl Eugen bekam jeder Bürger seinen Beruf vorgeschrieben. So studierte Schiller zuerst Jura und später Medizin. Die Tatsache des vorbestimmten Lebenswegs könnte ein Grund für die Entwicklung von Schillers Ambitionen sein. Nun soll der Frage nachgegangen werden, in wieweit Wilhelm Tell als Nationalheld gesehen werden kann und welche Auswirkungen seine Rebellion auf die heutige Schweizerische Gesellschaft hat. Zuerst stellt sich das Problem der Gesinnung Tells gegenüber seinem Mord. Man kann es zum einen so sehen, dass Tell damit die Freiheit der Bevölkerung bewirken wollte. Andererseits wollte Tell vielleicht auch einfach nur Rache an Gessler üben, da dieser seinen kleinen Sohn der Gefahr ausgeliefert hatte, durch den eigenen Vater ermordet zu werden. In Schillers Drama wird Tell am Ende von den Menschen bejubelt und gefeiert. Für sie war Tell zweifellos die Symbolfigur der Befreiung von der Tyrannei der Habsburger. Dass aber zu fast derselben Zeit König Albrecht, welcher die Reichsunmittelbarkeit der Schweizer missachtete und sie zu Knechten der Habsburger machen wollte, von dessen Neffen ermordet wurde, ist in diesem Moment unwichtig. Johannes Parricida hatte den König nur ermordet, weil dieser ihm sein Erbe vorenthielt. Als Parricida bei Tell auftaucht und um Schutz bittet, überredet Tell diesen aber, nach Rom zu gehen und dem Papst seine grausame Tat des Vatermords zu beichten. Aber auch die zweite Möglichkeit, nämlich dass Tell nur Rache an Gessler hatte üben wollen, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Der Mord an Gessler hätte wahrscheinlich keine Veränderungen in der Regentschaft des Königs gebracht, sondern dieser hätte einfach einen neuen Landvogt eingesetzt.

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Wilhelm Tell Ein Nationalmythos mit weitreichenden Folgen

Die weiterreichenden Folgen hatte sicherlich der Mord an König Albrecht, dem die Unterwerfung des Volkes in erster Linie zuzuschreiben ist. Durch die freigewordene Führungsposition wurde ein Neuanfang möglich. Das „Problem“ wurde an der Wurzel gepackt und herausgerissen. Schiller vollführt hier einen großen Spagat zwischen zwei Morden mit unterschiedlichen Motiven. Der Mord des Parricida an seinem Vater König Albrecht ist hier moralisch unhaltbar und würde sicher auch nach heutigem Recht hart bestraft werden würde. Andererseits rechtfertigt Schiller Tells Mord an Gessler als Befreiungsschlag von der Tyrannei. Dieser ist an sich schon als Verbrechen zu werten, da Tell gezwungen wurde, auf sein eigenes Kind zu zielen. Aus Schillers Sicht bringt Tell hier nur ein Naturrecht zur Geltung. Doch es ist nicht die Ermordung eines Tyrannen - Folge eines Problems zweier einzelner Menschen - die die Freiheit brachte. Vielmehr ist der vorangegangene Rütli-Schwur der Grund, weshalb die Schweizer heute in einer Eidgenossenschaft leben. Die Freiheit der einzelnen Bürger ist der zentrale Punkt des Dramas, der Brücken zu geschichtlichen Ereignissen wie etwa der Französischen Revolution schlägt. Der Rütli-Schwur kann als Anlehnung an den Ballhausschwur gesehen werden, der Hut des Gessler als Symbol der Freiheit, wie etwa die tricolore. Auch die Erstürmung des Zwing Uri kann mit dem Sturm auf die Bastille verglichen werden. Es sind also geschichtliche Vorbilder in der Handlung zu finden, die die Befreiung des Volkes von der Obrigkeit zum Inhalt haben. Diese Analogien geben den Schweizern in verschiedenen Situationen einen Halt, einen Inbegriff dessen, nach was sie streben. Im 17. und 18. Jahrhundert war Wilhelm Tell ein Vorbild, fast sogar ein Idol für die Bauern, die sich etwa im Bauernkrieg im Jahr 1653 von den Städten durch Belagerungen eine Erleichterung bei den Steuerabgaben erwirkten. Auch im 20. Jahrhundert ist der Mythos Tell sehr präsent im Bewusstsein der Schweizer. Das beste Beispiel dafür ist eine Aufführung der Oper 1914 in Interlaken bei den Tellspielen, bei der die Zuschauer sich geschlossen erheben um den Rütli-Schwur mitzusprechen. Das von Rossini vertone Motiv wirkt fast wie eine inoffizielle Nationalhymne der Schweiz. Sicherlich kann man die nachhaltigen Folgen des Rütli-Schwurs heute noch spüren. Schließlich wurde mit ihm der Grundstein für die heutige Politik der Schweiz gelegt. Ob Wilhelm Tell nun als Nationalheld oder Vorbild eines Volkes gesehen werden kann, liegt sicher im Auge des Betrachters. Tell wirkt als einfacher Mann, der seine eigene Sache verfolgt, aber durch den Mord an dem Tyrannen Gessler auch eine indirekte „nationale“ Bewegung hervorruft. Das Freiheitsgefühl prägt die Eidgenossenschaft bis heute, da sie in vielen Angelegenheiten als neutraler Bund auftreten. Die Sage um Wilhelm Tell und den Rütli-Schwur gab und gibt vielen Menschen ein Vorbild, bleibt aber dennoch nur ein Mythos. Claudius Grath

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FESTIVALKONZERT Festliche Eröffnung des Isny Opernfestivals 2015

Samstag, 20. Juni 2015, 20:00 Uhr Nikolaikirche Isny

NATUR - SCHÖPFUNG - GOTT

Sänger und Instrumentalensemble bieten ein prachtvolles Konzertprogramm mit Werken von Salamon Rossi, Joseph Haydn (aus "Die Jahreszeiten") Antonin Dvorák (aus "Biblische Lieder"), Mario Castelnuevo-Tedesco, Lazar Weiner, Alberto Hemsi, Ben Steinberg, Sergej Rachmaninow (aus dem Oratorium "Die Glocken") sowie mit neu komponierten Werken von Marvin Balzer ("Das Volk der Gräser") und Hans-Christian Hauser ("An´im Zemirot - Angenehme Gesänge", mittelalterlicher sephardischer Hymnus)

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Festivalkonzert Ausführende

Elsa Kodeda, Sopran Maria Anelli, Sopran Verena Maria Schmid, Sopran Veronika Hintzen, Sopran Samira Misimovic, Mezzosopran Han-Bo Jeon, Tenor Gabor Molnar, Tenor Jozef Ivaska, Tenor Christoph Nebas, Bariton Andreas Truong, Bassbariton Oleg Tynkoff, Bass Christian Zahlten, 1. Violine Valeria Dubrowina, 2.Violine N.N. Viola Mirella Nagy, Violoncello Hae-Jung Park, Kontrabass Bruno Jouard Flöte Ketevan Tigashvili, Oboe Marvin Balzer, Klarinette Robert Oros, Fagott Traian Tulbure, Horn Moritz Schilling, Schlagwerk Yi Yi, Klavier Leitung Hans-Christian Hauser

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Festivalkonzert Porträts der Sänger Han-Bo Jeon Tenor, Tenorsolist im Festivalkonzert

An Oktober 2003 sang er den Duca in "Rigoletto" im Theaterzelt "Das Schloss" München. 2004 war er Graf Tormes in Schuberts "Freunde von Salamanca" am Stadttheater Bologna. Seit 2003 ist er Mitglied der Konzertreihe "Kulturgipfel" "Außergewöhnliche Konzerte an besonderen Orten". Mit den Frankfurter Sinfonikern ging er dabei auf Tournee durch Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen. 2013 sang er in einer Verdi-Gala in der Allerheiligenhofkirche München große Verdi-Arien, 2014 wirkte er bei einer J.Strauß-Gala, einer Verdi-Nacht und einer Italienischen Nacht mit. Seit der Spielzeit 2005/06 ist er Mitglied der Oper Nürnberg.

wurde 1972 in Seoul geboren und studierte bei In-Soo Park Gesang an der Staatlichen Universität seiner Heimatstadt. Von 1999 bis 2001 setzte er sein Studium bei Roland Hermann an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe fort, und studierte ab Oktober 2001 dann im Aufbaustudium bei Maria de Francesca-Cavazza an der Hochschule für Musik und Theater München. In Seoul wirkte er bei mehreren Konzerten mit, so in Beethovens 9. Symphonie. In Karlsruhe bzw. Mannheim sang er Bachs Weihnachtsoratorium, Brahms´ Zigeunerlieder und Schuberts "Die schöne Müllerin". 2001 wirkte er in einer Konzerttournee nach Brasilien mit. Bei der Bayerischen Theaterakademie sang er 2002 und 2003 im Prinzregententheater München Mozarts Rollen Don Ottavio und Tamino sowie in "Beatrice und Benedict" den Benedict. Für das Isny Opernfestival sang er 2002 in Purcells "The Fairy Queen" den Falken und den Hirten Coridon, 2003 in "Gianni Schicchi" den Rinuccio und in "Jolante" den Grafen Vaudemont.

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Festivalkonzert Programm

Ben Steinberg (*1930) Vay´chulu hashamayim vehaaretz (aus der Genesis)(in hebräischer Sprache) ...und es waren vollendet der Himmel und die Erde und alles, was auf ihnen ist... MARIA ANELLI

Salamon Rossi (um 1570 - um 1630) liturgische Suite (in hebräischer Sprache, aschkenasischer Dialekt) Mi chomocho Wer ist wie du, Herr, unter den Göttern? Wer ist wie du, strahlend in Heiligkeit, beeindruckend in Ehre, der Wunder tut? Mit einem neuen Lied preisen dich die, die du gerettet hast, am Meeresufer. Zusammen singen sie: Gott wird herrschen auf alle Zeit der Welt! Yismechu Es werden sich freuen in deinem Königreiche die, die den Shabbat halten und ihn eine Wonne nennen. Alle, die den siebenten Tag heiligen, werden glücklich durch deine Güte. Dieser Tag ist Israels Fest des Geistes, der wertvollste aller Tage, Symbol der Freude der Schöpfung... Veshamru Und die Kinder Israels sollen den Shabbat halten in allen Generationen als ewiges Zeichen des Bundes. Denn sechs Tage arbeitete Gott und schuf den Himmel und die Erde, aber am siebten Tage ruhte er und erfrischte sich. Hashkivenu Lege uns zum Schlafen, HaSchem, unser Gott, in Frieden, und richte uns auf, unser König zum Leben. Und breite über uns die Hütte deines Friedens, mach uns recht mit gutem Rat deiner Gegenwart und rette uns um deines Namens willen... Adon Olam Der Herr des Universums, der regierte, bevor alles erschaffen wurde! Als alles durch seinen Willen gemacht war, war er als König anerkannt. Und wenn alles zu Ende sein wird, wird immer noch er allein regieren.

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Festivalkonzert Programm

Er war, er ist und er wird sein in Ruhm. Und er ist einer, und da ist kein anderer, der sich mit ihm vergleichen könnte. Ohne Anfang, ohne Ende - sein ist die Kraft und die Herrschaft. Zu ihm fliehe ich in Zeit der Trauer, er ist mein Wunder und meine Zuflucht, der mir antwortet, wenn ich rufe. Ihm übergebe ich meinen Geist im Schlafen und im Erwachen. Auch wenn mein Geist mich verlässt, ist Gott mit mir, ich fürchte mich nicht. ENSEMBLE

Marvin Balzer Das Volk der Gräser (instrumental) I. Terra II. Acqua III. Aria r

Mikulaš Schneider-Trnavsky (1881–1958) Kukučka (Kuckuck) (in slowakischer Sprache) ...klagender kleiner Kuckuck, lache! Wolkenverhangene Morgenröte, röte dich! Brauset, ihr Wasser, damit ihr die Sonne erblickt über dem Tau der blühenden Wiesen und auf den silbrigen Blättern. Der Wind hat die Regenwolken vertrieben über den Lärchen, weggeblasen den Nebel von den Tälern. Ich schmiege mich frei an den betauten Berg, fliege zu Bergen und Felsen. Willkommen, lichtvolle Welt! Willkommen Leben und die Schönheit! VERENA MARIA SCHMID

Lazar Weiner (1897–1982) Fun vayte teg (in jiddischer Sprache) ...aus lang vergangenen Tagen ertönt in mir ein alter Gesang mit frischem Klang. Ein Gebetsruf, ein Nachtgebet, zu dem, der hört, zu dem der sieht. Zu dem der seine Güte ausbreitet und gibt Gnade, Trost und Schutz. Zu dem, der wacht und mein Auge und meine Schritte hütet. Zu dem, der sein Licht tief in mich herein scheinen lässt und mich einwiegt. Was für eine Freude in dieser späten Stunde: die alte Freude, dass Gott da ist... MARIA ANELLI

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Festivalkonzert Programm

Salamon Rossi Psalm 121 (in hebräischer Sprache) Esa´ Einayi el-heHarim Ein Lied im höhern Chor. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen von welchen mir Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen; und der dich behütet schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, daß dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele; der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. ENSEMBLE (Quintett)

Leo Low (1878-1960) A Dudele (in jiddischer Sprache) Herrscher der Welt, ich will dir ein Lied singen! Wo kann ich dich finden? und wo kann ich dich NICHT finden? Oben: du. Unten: du. Ost: du. West: du. Süd: du. Nord: du. ...du und nochmals du und wieder du. Wo ich mich hinwende: du! ANDREAS TRUONG

Alberto Hemsi (1898-1975) Ein keloheinu (in hebräischer Sprache) Keiner ist wie unser Gott, keiner ist wie unser Herr, keiner ist wie unser König, keiner ist wie unser Retter! ENSEMBLE

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Festivalkonzert Programm

Antonin Dvořák (1841–1904) aus dem Zyklus "Biblische Lieder" (Psalmvertonungen) (in tschechischer Sprache) Slyš o Bože volani mé, pozoruj modlitby mé ...höre Gott, mein Flehen und merke auf mein Gebet! Du bist mein Zufluchtsort und fester Turm im Angesicht meiner Feinde! Ich werde wohnen in deinem Zelte auf ewig und mich bergen unter deinen Fittichen....mein Mund wird dich preisen und fröhlich singend deinen Ruhm verkündigen. Bo že, Bo že, pisen novou zpivati budu ...Gott, ein neues Lied werde ich dir singen mit Saitenspiel und Psalmen...Die Macht deiner gewaltigen Werke verbreitet sich über alle Welt und ich werde Deine Erhabenheit preisen. CHRISTOPH NEBAS

Joseph Haydn (1732-1809) aus "Die Jahreszeiten" (in deutscher Sprache) Ach wie lieblich ist der Anblick der Gefilde jetzt! Kommt, ihr Mädchen, lasst uns wallen auf der bunten Flur! Kommt, ihr Bursche! Lasst uns wallen zu dem grünen Hain! Seht die Lilie, seht die Rose, seht die Blumen all! Seht die Auen, seht die Wiesen, seht die Felder all! Alles lebet, alles schwebet, alles reget sich. Welche Wonne schwellet unser Herz! Süße Triebe, sanfte Reize heben uns´re Brust. Was ihr fühlet, was euch reizet, ist des Schöpfers Hauch. Lasst uns ehren ,lasst uns loben, lasst uns preisen ihn! ENSEMBLE

- PAUSE -

Nikolaj Rimski-Korsakow (1844-1908) Arie der Servilia (aus der Oper Servilia) (in russischer Sprache) Meine Blumen! Auch ihr senkt sehnsuchtsvoll eure Köpfe unter den heißen Küssen des Windes. Aber ihr werdet von Tau und Abendkühle erfrischt und mittags von Servilia gegossen. Nur ein von der Eifersucht brennendes Herz wird mit bitteren Tränen und Blut gegossen. Warum sind der Frau denn Gefühle gegeben, wenn doch die Freiheit der Gefühle vom Schicksal und von Menschen weggenommen wird? Alles singt die Hymne der Mutter-Göttin, nur die arme Servilia darf nicht den Namen des Geliebten sagen und ihm ihre Liebe gestehen. ELSA KODEDA

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Festivalkonzert Programm

Mario Castelnuevo-Tedesco (1895-1968) Mi adir al hakol (in hebräischer Sprache, aschkenasischer Dialekt) ..wer ist mächtig über alle Dinge? wer ist gesegnet über alle Dinge? wer ist groß über alle Dinge? wer ist ausgezeichnet über alle Dinge? Möge er den Bräutigam und die Braut segnen. Mi chomocho Wer ist wie du, Herr, unter den Göttern? Wer ist wie du, strahlend in Heiligkeit, beeindruckend in Ehre, der Wunder tut? Mit einem neuen Lied preisen dich die, die du gerettet hast, am Meeresufer. Zusammen singen sie: Gott wird herrschen auf alle Zeit der Welt! ENSEMBLE Max Helfman (1901–1963) The voice of my beloved (aus dem Hohenlied) (in englischer Sprache) ...er kommt, läuft über die Berge, springt über die Hügel...mein Geliebter spricht zu mir: "steh auf, meine Geliebte, und komm, denn der Winter ist vergangen..." VERENA MARIA SCHMID Sergej Rachmaninow (1873–1943) aus dem Oratorium "Glocken" op. 35 (in russischer Sprache) 1. Teil Hörst du, Schlitten windesschnell. Schellenglocken klingen hell. o wie lieblich hallt es, wie ein Kinderlachen schallt es in dem Odem klarer Nacht . Nach der Zeit des Irre-Gehens naht der Tag des Auferstehens, kommt die Lust des Ganzvergehens, in des Schlafes süsser Macht. Die Sterne lauschen und glühen auf im Sehnsuchtsdrang. Sie träumen und säumen geistergleich im Strahlengold, und aus ihren Wunderflimmern "Sollst vergessen!" tönt es hold. HAN-BO JEON UND ENSEMBLE 2. Teil Hörst du? "Hochzeit!" tönt es entlang goldner Klang. Wieviel Zärtlichkeit und Inbrunst in dem heiligen Jugendsang! Wie wenn träumend Augen schauen auf zum Himmelszelt, aus der Klänge reinem Wogen zu des lichten Mondes Glanz. Aus der Macht und Pracht der Zellen voll der Lust, der Wunderhellen, steigend, fallend, schwebt der holden Klängetanz. Bald erlöschend, bald voll Glut, und ergiesst des Lichtes Flut auf ein Zukunftsbild, wo lieblich keusche Träume ruhen zur Stund, die harmonischreich verkündet goldnen Tons der Glocken Mund. ELSA KODEDA UND ENSEMBLE

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Festivalkonzert Programm

Hans-Christian Hauser "An´im Zemirot" (mittelalterlicher sephardischer Hymnus) (in hebräischer Sprache) Angenehme Gesänge und Lieder will ich verfassen, da meine Seele sich nach Dir sehnt. Meine Seele gelüstet nach dem Schatten Deiner Hand, um Deine tiefsten Geheimnisse zu erkunden. Immer wenn ich über Deine Ehre spreche, sehnt sich mein Herz in Liebe nach Dir. Deshalb will ich Ehrenwertes über Dich sagen, Deinen Namen mit Freundschaftsliedern ehren. Ich erzähle Deine Ehre, obwohl ich Dich nie gesehen habe, ich vergleiche, ich benenne Dich, obwohl ich Dich nie erfasst habe. Deinen Propheten, dem Kreis Deiner Diener, gabst Du Einblicke in die Pracht und Ehre Deiner Herrlichkeit. Deiner Größe und Deiner Stärke gemäß umschrieben sie die Kraft Deines Wirkens. Nach ihrer Vorstellung, nicht wie Du wirklich bist, schilderten sie Dich gemäß Deinen Taten. Dargestellt hat man Dich in vielen Visionen, doch Du bist der Eine in allen Gleichnissen. Sie sahen in Dir Alter und Jugend, die Haare Deines Hauptes ergraut und auch noch jugendlich schwarz. Weise wie ein Alter am Tag des Gerichtes, jugendlich am Tage der Schlacht, wie ein Kriegsmann mit vielen Kräften. Sein Haupt ist mit leuchtendem Tau umhüllt, seine Locken voll nächtlicher Schauer. Er rühmt sich meiner, Er hat Gefallen an mir, und er wird mir zur prachtvollen Krone. Sein Haupt gleicht dem Glanz reinen Goldes, eingraviert auf der Stirne ist der ehrwürdige Name seiner Heiligkeit. Das Haupthaar wie in der Jugendzeit, gewellt, mit schwarzen Locken. Seine Pracht ruht auf mir, und ich bin stolz auf ihn. Er ist mir nahe, wenn ich ihn rufe. Er ist weiß und rot (=gütig und streng), als hätte er die Kelter getreten, da er von Edom kam. Mein Lied steige auf bis zum Haupt aller Versorger, zum Schöpfer und Lebensspender, zum großen Gerechten. Neige Dein Haupt meinem Haupte zu, nimm es Dir wie edlen Wohlgeruch. Mein Gebet sei Dir köstlich, denn meine Seele sehnt sich nach Dir. Wer könnte die Allmacht des Ewigen schildern, wer alle seine Lobpreisungen verkünden? ENSEMBLE

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Festivalkonzert Komponisten Ben Steinberg - Vay´chulu hashamayim vehaaretz Der 1930 geborene kanadische Komponist, Dirigent und Organist sammelte schon früh erste musikalische Erfahrungen. Er sang als Kind im Synagogenchor seines Vaters Alexander Steinberg. Nach seinem Studium von 1948 bis 1951 am Royal Conservatory Toronto (Klavier bei Samuel Dolin, Komposition bei John Weinzweig und Gesang bei Weldon Kilburn) studierte er Musikerziehung an der University of Toronto und leitete unter anderem das Musikdepartment des Winston Churchill Collegiate Institute. 1998 bekam er vom New Yorker Hebrew Union College/ Jewish Institute of Religion einen Ehrendoktortitel verliehen. Vay´chulu handelt von der vollendeten Welt, die von Gott in sechs Tagen geschaffen wurde. Der Text dafür stammt aus dem Buch Genesis und ist in hebräischer Sprache zu hören. Salamon Rossi - liturgische Suite (Mi chomocho, Yismechu, Veshamru, Hashkivenu, Adon Olam) Der italienisch-jüdische Geiger Salamon Rossi entstammte einer alten Familie aus Mantua, deren Vorfahren von Titus und Vespasian als Gefangene nach Rom gebracht wurden. 1587 bekam er eine Anstellung als Musiker am Hofe von Vincenzo I. Gonzaga in Mantua, wie auch schon seine Schwester, die dort als Sängerin tätig war. Durch seinen Aufstieg zum Kapellmeister konnte er auch eigene Werke spielen. Inspiriert von Claudio Monteverdi veröffentlichte Rossi 1589 einen Band mit 19 dreistimmigen Canzonen, auf die weitere Instrumentalwerke folgten, für welche er große Anerkennung ernten konnte. Aus seiner liturgischen Suite in hebräischer Sprache stellen wir fünf Sätze vor. Das Mi chomocho preist die Herrlichkeit Gottes, der von den Geretteten gepriesen wird. Daraufhin folgt das Yismechu, das den Shabbat, dem siebten Tag der Woche, zum Inhalt hat. Dieser gilt als wertvollster Tag und ist ein Fest des Geistes. Am sechsten Tag hat Gott die Erde fertig gestellt und sie am siebten in Ruhe betrachtet, wie es im Veshamru heißt. Das Hashkivenu bittet um die Ruhe im Glauben an den König, und schließlich erzählt das Adon Olam davon, dass Gott der Anfang und das Ende von allem ist. Er ist die Zuflucht für jede Lebenslage.

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Festivalkonzert Komponisten Marvin Balzer - Das Volk der Gräser Marvin Balzer (*1992) ist ein junger Komponist aus dem Ensemble der IsnyOper. Er studiert seit 2011 Lehramt an Gymnasien mit Klarinette und Klavier an der Musikhochschule München. Die Grundlage seines Schaffens bilden kammermusikalische Bläserbesetzungen, sowie das Lied als Brücke zwischen Kunst und Unterhaltung. Durch den Fokus auf harmonischen Schattierungen und verspieltem Bewegungsdrang statt ökonomischer Verwendung von Motiven in abstrakten Strukturen stehen seine Stücke häufig Filmkomponisten wie Danny Elfman näher als der Neuen Musik. Zu dem Stück Das Volk der Gräser wurde Balzer von dem Film „Mikrokosmos – Das Volk der Gräser“ inspiriert. Der Film zeigt Insekten in Makroaufnahmen, und lässt diese wie Fabelwesen einer fremden Welt erscheinen. Die Musik dieser kleinen Suite beschreibt daher nicht die hastigen, schwirrenden Bewegungen, etwa eines Bienenschwarms, sondern vergrößert Ereignisse wie Nahrungsaufnahme, Wetter und Fortbewegung im Alltag der Krabbeltiere zu dramatischen Situationen. Mikuláš Schneider-Trnavský - Kukučka Mit mehreren Preisen wurde Mikuláš Schneider-Trnavský ausgezeichnet, unter anderem 1956 für sein Lebenswerk. Der slowakische Komponist, Dirigent und Pädagoge wurde 1881 in Trnava geboren. Er befasste sich sein ganzes Leben lang mit Chor- und Volksmusik. Er studierte an den Konservatorien in Budapest und Wien und war von 1903 bis 1905 in Prag Student von Josef Klička für Orgel und Karl Stecker für Komposition. Schneider-Trnavský ist der bedeutendste slowakische Liedkomponist. Er schrieb mehrere Liedsammlungen und brachte 1937 sein größtes Werk heraus: das „Katholisches Einheitsgesangbuch“, welches über 500 Lieder umfasst. Das Lied „Kuckuck“ erzählt in slowakischer Sprache von der Schönheit der Natur, die nach der Nacht durch die Morgenröte erwacht und von der Sonne über den taufrischen Wiesen und nebelverhangenen Tälern erneut zum Leben erweckt wird.

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Festivalkonzert Komponisten Lazar Weiner - Fun vajte teg Der 1897 in Russland geborene Komponist emigrierte bereits mit 17 Jahren in die USA. Der spätere Direktor der Central Synagogue New York schrieb über 200 Lieder in jiddischer und hebräischer Sprache, bevor er 1982 verstarb. Sein Sohn Yehudi Weiner war ein erfolgreicher Pianist, der unter anderem bei Paul Hindemith studierte. Weiner hat viele fantasievolle Begleitsätze zu seinen Liedern geschrieben, in denen er eine volksliedhafte Substanz zu Kunstliedern verfeinert. Das jiddische Lied Fun vajte teg beschreibt ein Abendgebet an Gott. Darin wird das Mitgefühl, der Trost und der Schutz Gottes gepriesen, der immer und überall ist und mit seinem Licht zu später Stunde Glück und Freude verbreitet.

Salamon Rossi - polyphoner Psalm „Esa´ Einayi el-heHarim“ Prominente Zeitgenossen Rossis in der italienischen Barockmusik waren etwa Ignazio Donati (1570-1638) oder Claudio Monteverdi (1567-1643). Auch die deutschen Komponisten Heinrich Schütz (1585-1672) und Johann Hermann Schein (1586-1630) lebten in diesen Jahrzehnten. Das Esa´ Einayi el-heHarim ist eine fünfstimmige Vertonung des Psalms 121 in hebräischer Originalsprache. Interessant ist hierbei, dass dieser Psalm eine sehr polyphone Kompositionsweise zeigt. Dies ist insofern besonders und fortschrittlich, da zu dieser Zeit die liturgische Musik noch weitgehend homophon gesetzt wurde. Meist wechselten Soloteile mit Tuttiabschnitten ab. Der Psalmbeter vertraut auf die Hilfe des Herrn. Die Augen richten sich auf den Berg, den Himmel, aus dem die Hilfe und der Schutz Gottes kommen. Er behütet die Menschen im Schlaf und vor allem Unheil in der Welt. Er ist der Schatten, der jeden auf seinem Weg begleitet.

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Festivalkonzert Komponisten Leo Low - A Dudele Leo Low war der bekannteste Leiter jüdischer Chöre und Meister der jiddischen Volksmusik seiner Generation. 1878 in Volkovysk, Polen geboren, schloss er 1900 das Konservatorium von Warschau ab. Als Low 1908 eine Stelle als Chorleiter an der Tłomacki Synagoge in Warschau bekam, konnte er dort auch eigene Kompositionen und Arrangements aufführen. Mit der Ernennung zum Vorsitzenden der Warschauer Chorgesellschaft, einer der angesehensten Gesellschaften für weltliche jüdische Chöre, hatte er großen Einfluss auf jiddische Volkslieder und Chormusik. Er komponierte viele Stücke für jüdische Chöre und Solowerke, bis er 1960 verstarb. A Dudele ist ein sehr persönliches Gebetslied, das an Gott als Herrn des Universums, gerichtet ist. Das Gebet handelt von der Gewissheit und von der Freude, Gott immer, überall und in allen Lebenslagen zu begegnen. In chassidisch tanzender Begeisterung schwelgt der Sänger im Du. Er genießt Gott als sein Gegenüber. Und er tut dies in charmanter jiddischer Sprache.

Alberto Hemsi - Ein keloheinu Schon früh entdeckten die Eltern an Alberto Hemsi ein lebhaftes Interesse und eine starke Sensibilität an der Musik. Er lernte Flöte, Klarinette, Posaune und Horn bei der Alliance Israélite Universelle. Aber seine wahre Leidenschaft galt dem Klavier und der Komposition. 1903 erhielt er ein Stipendium des Conservatorio Guiseppe Verdi Mailand und studierte dort neben Komposition auch Harmonielehre und Kontrapunkt. Unbefriedigt in seinem Wissensdurst zur jüdischen Musik kehrte er nach Kasaba in der Türkei, wo er 1898 geboren wurde, zurück. Hemsi orientierte sich in den folgenden Jahren an den volksmusikalischen Arbeiten von Béla Bartók. Sein Fokus lag dabei vornehmlich auf der lateinamerikanischjüdischen Musik seiner Vorfahren aus Spanien. Die Melodien dieser Musik wurden über Jahrhunderte mündlich überliefert, und die Texte waren stark von der spanischen Literatur beeinflusst. Obwohl im Jahre 1976 seine Gesundheit allmählich schlechter wurde, reiste Hemsi noch viel, bis er im Oktober 1976 in Paris verstarb. Das Ein keloheinu ist ein bekannter jüdischer Hymnus in hebräischer Sprache, der die Einzigartigkeit und Allmächtigkeit Gottes lobt. Das Gebet steht innerhalb des so genannten Musafgebetes relativ am Ende der Shabbatgottesdienstliturgie. Gott wird in dem Text in vier verschiedenen Facetten gepriesen: Gott, Herr/ Meister, König und Retter.

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Festivalkonzert Komponisten Antonín Dvořák - Höre o Gott auf mein Flehen, merke auf mein Gebet (Psalm 61) und Gott, Gott, ich will dir ein neues Lied singen (Psalm 144) aus dem Zyklus "Biblische Lieder“ Die „Biblischen Lieder“ markieren den Höhepunkt Antonín Dvo ř áks (18411904) vokalen Schaffens. Der tschechische Komponist fiel nach dem Tod seines Vaters und Hans von Bülows, mit dem Dvo ř ák eine enge Freundschaft pflegte, in eine tiefe Krise, aus der er mit den biblischen Psalmen wieder herausfand. Diese seelische Bewegtheit spiegelt sich in dem Zyklus durch einen sehr emotionalen Ausdruck wider, ähnlich in dem von ihm komponierten Requiem und dem Stabat Mater. Die Texte der Psalmvertonungen stammen aus einer tschechischen Bibelübersetzung. Sie zeigen die Verbindung Dvořáks mit Kirche und Gott und strahlen auch eine gewisse Lebensfreude aus.

Joseph Haydn - aus „Die Jahreszeiten“ Nach dem großen Erfolg seines Oratoriums Die Schöpfung von 1798 schrieb Joseph Haydn (1732-1809) Die Jahreszeiten mit dem Libretto von Gottfried van Swieten. Die Fertigstellung des Oratoriums dauerte fast zwei Jahre, da Haydn gesundheitlich angeschlagen war und der Text, der ein Auszug aus einem englisches Versepos war, immer wieder überarbeitet werden musste. Auch war der Erfolg nicht vergleichbar mit dem der Schöpfung. Doch nicht die Musik, sondern vielmehr der Text des Librettos soll Schuld an dem geringen öffentlichen Zuspruch gehabt haben. Die Texte für ein Oratorium orientieren sich traditionell an christlichen Inhalten mit biblischen Geschichten, das Libretto hier aber bezieht sich eher auf Themen aus dem Jahreskreis. Somit besteht das Oratorium aus vier Teilen, ganz an die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter angelehnt. Die tonmalerische Komposition enthält wie üblich Arien, Rezitative und Chöre und beschreibt unter Anderem ein Sommergewitter und die Einfuhr der Ernte im Herbst. Das Stück, welches in diesem Konzert erklingt, ist dem Abschnitt „Frühling“ entnommen. Die Landleute rufen den Lenz, den Frühling, herbei, um die Welt auf dem Winterschlaf zu erwecken.

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Festivalkonzert Komponisten Nikolai Rimski-Korsakow - Arie der Servilia (aus der Oper Servilia) Obwohl Nikolai Rimski-Korsakow (1844-1908) aus einer Familie mit langer Militärtradition entstammte, förderten seine Eltern seine musikalische Begabung. Auch an der Kadettenschule nahm er Klavierunterricht. Sein Lehrer Théodore Camille stellte Rimsky-Korsakow dann den Komponisten Mili Barakirew und César Cui vor. Diese ermunterten ihn, eigene Kompositionen anzufertigen. So entstand sein erstes Werk, die Sinfonie in es-moll, die er 1865 fertig stellte. Neben anderer Orchester- und Kammermusik verfasste er 1900 auch die Oper Servilia. Das Libretto der Oper ist nach einem Drama von Lev Alexandrowitsch Mey entstanden und erzählt von der verbotenen Beziehung der Senatorentochter Servilia zu dem Hausangestellten Egnatius. Ihr Vater, Senator Soranus, möchte seine Tochter lieber mit Valerius, Adoptivsohn des Senators Thraseas, verheiraten, damit die familiäre und damit auch die politische Verbindung gesichert ist. Doch Servilia ist damit nicht einverstanden und möchte bei Egnatius bleiben. Zutiefst gekränkt verschwindet Valerius spurlos. Als dieser dann plötzlich wieder auftaucht, stirbt Servilia, und nur Thraseas kann Valerius davon abhalten, sich etwas anzutun. Egnatius wendet sich in seinem seelischen Schmerz dem Christentum zu, wie schon Servilia vor ihm getan hatte. In ihrer Arie singt Servilia von ihrer Verzweiflung, Egnatius nicht ihre Liebe gestehen zu können. Mario Castelnuovo-Tedesco - Mi Adir & Mi chomocho Als einer der wichtigsten Vertreter der Vertreter der italienischen musica nova war Mario Castelnuovo-Tedesco schon während seiner Studienzeit sehr gefragt. Er wurde 1895 in Florenz in eine jüdische Familie geboren und studierte Klavier bei Valle de Paz und Komposition bei Ildebrando Pizzetti am Konservatorium von Florenz. Aufgrund der faschistischen Bewegung in den 1930er Jahren musste Castelnuevo-Tedesco in die USA emigrieren. Er fand eine Anstellung bei den MGM-Filmstudios in Los Angeles und schrieb dort eine Vielzahl an Filmmusiken. Ab 1946 lehrte er Komposition am Konservatorium von Los Angeles und unterrichtete John Williams als einen seiner berühmtesten Schüler. Neben der Filmmusik verfasste er aber auch einige kammermusikalische Werke, Vokalstücke und sonstige Instrumentalwerke. 1968 starb Castelnuovo-Tedesco in Beverly Hills.

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Festivalkonzert Komponisten Das hebräische Lied Mi Adir preist mit erfrischender Rhythmik und mit einfacher, modern empfundener Harmonik die Größe und Herrlichkeit Gottes. Mi chomocho rühmt den Gott Israels über alle anderen Götter für seine Wundertaten und erzählt von der fortwährenden Herrschaft Adonais (des Herrn). Der aschkenasische Zungenschlag des Hebräischen, der in Deutschland, Polen, der Ukraine usw. beheimatet war, ändert die hebräischen a-Vokale zu o-Vokalen und die t-Konsonanten zu s-Konsonanten. Im Gegensatz dazu steht die sephardische Aussprache der spanischen und nordafrikanischen Juden, die auch für das moderne Ivrith maßgeblich ist. Max Helfman - The voice of my beloved Zwar wurde Max Helfman 1901 in Radzyn, Polen geboren, mit acht Jahren emigrierte er aber mit seiner Familie in die USA und sammelte so seine erste Erfahrungen in der Chormusik in orthodoxen Chören in New York. Ohne jegliches praktisches Wissen im Orgelspiel bekam er 1928 die Stelle als Organist und Chorleiter im Temple Israel angeboten. Helfman nahm daraufhin privaten Orgelunterricht und lernte sehr schnell das Orgelspiel. So begann eine enge Zusammenarbeit mit dem Kantor David Putterman, von dem er die ersten Kenntnisse im Komponieren und Arrangieren erlernte. Damit wurde der Grundstein für viele Vokalwerke gelegt. The voice of my beloved bildet stilistisch einen ausgesprochenen Gegenpol zum Gesang eines Kantors aus der Tradition der orientalischen oder der osteuropäischen Juden: der Gesang aus dem Hohenlied kann von einer Sopranistin gesungen werden (auch ein Tenor wäre möglich). Die feinste Linienführung, die impressionistisch berührte Klangbildung mit ätherischen Gefühlen mit Nachahmung von Naturlauten (Regentropfen, Ruf der Taube) stellen eine typisch amerikanische, dem liberaljüdischen Bereich entstammende moderne "westliche" Verfeinerung des ursprünglichen kräftigen Männergesangs mit seinen virtuosen orientalischen Melismen dar. Sergej Rachmaninow - Oratorium "Die Glocken" op. 35 Mit seinen Klavierkonzerten wurde Sergej Rachmaninow seiner zeit berühmt. Doch der 1873 geborene russische Pianist, Komponist und Dirigent schrieb nicht nur Werke für Klavier. Auch Opern, Tondichtungen und Chorwerke zählen zu seinem Œuvre. Ab 1885 nahm Rachmaninow auf Anraten seines Vetters

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Festivalkonzert Komponisten Siloti Klavierunterricht bei Nikolaj Swerew. Rachmaninow profitierte von der engen Freundschaft zwischen Siloti und Tschaikowski, welcher ihm dann beratend zur Seite stand. Von Sergei Tanejew und Anton Arenski bekam Rachmaninow Unterricht in Komposition. Noch vor seinem Examen als Pianist im Jahr 1891 hatte Rachmaninow das Werk komponiert, das sein bekanntestes werden sollte: das Prélude cis-moll. 1918 beschloss er, mit seiner Familie das Land zu verlassen und siedelte über Stockholm und Kopenhagen schließlich in die USA über. 1943 starb Rachmaninow nach einer langen und schweren Krankheit in Beverly Hills. In dem Oratorium "Die Glocken" nach einem Gedicht von Edgar Allan Poe komponiert Rachmaninow einen reich harmonisch oszillierenden Orchesterteppich. Die wunderbaren Solokantilenen, die in Chorpassagen verwoben sind, erinnern an russisch-orthodoxen Kirchengesang. Vier Glockenschläge symbolisieren wichtige Stationen im Leben: die erste Glocke besingt mit einem Tenorsolo Nacht, Traum, Auferstehung: einen romantischen Sternenhimmel. Die goldenen Hochzeitsglocken des Sologesangs der Sopranistin schwärmen von Harmonie und Einklang in der Ehe, bis die dritte Glocke daran erinnert, dass das Glück im Leben auch schnell wieder nachlassen kann. Mit dem Ausbruch eines Feuers werden Schrecken und verzweifelter Wunsch nach Frieden versinnbildlicht. Die eisernen vierten Glocken stehen für das Ende des Lebens, die zur letzten Ruhe rufen. Hans-Christian Hauser - An´im Zemirot Der Hymnus in hebräischer Sprache ist ein mittelalterliches sephardisches Gedicht, das Teil der Shabbatliturgie geworden ist. Formell heißt das Gedicht eigentlich Schir Hakawod (dt. Lied der Ehre), aber da das Gedicht mit den Worten An´im Zemirot beginnt, trägt es auch diesen Beinamen. Das Lied wird vor dem Ausheben der Torah gesungen und als Wechselgesang zwischen dem Kantor (oder einem musikalischen Knaben) und der Gemeinde rezitiert. Der Inhalt des Gedichts spiegelt das Verlangen wieder, Gott Ehrerbietung zu erweisen und ihn in seiner Größe und Stärke zu rühmen. Das Lied des Sängers soll hinauf zu den schützenden Mächten, steigen damit Gott gefallen daran finden kann. Die Komposition ist das krönende Schlussstück der szenischen Komposition "Der Schlag ans Hoftor" zu kurzen Erzählungen Franz Kafkas, die Hans-Christian Hauser im Januar 2013 in München und Stuttgart uraufgeführt hat. Für ihn spiegelt sich die übergroße Sensibilität und Zerrissenheit der Seele Franz Kafkas in diesem mittelalterlichen Hymnus: die vielen wunderbaren Facetten der Betrachtung Gottes können als heilendes Pendant empfunden werden.

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Ein herzliches Dankeschön

der Öffentlichen Förderung

Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg,

Robert und Christel Leiprecht, Kleinweiler Siegfried Liebchen, Ludwigsburg Paul Rapp, Pfarrer, Ruschweiler Gudrun Rommel, Lindenberg Anne-Sybille Schnabel, Lindenberg Franz Veltgens, Argenbühl Hannelore Wagner, Kempten

Bezirk Oberbayern

den Spendern aus Isny

Slowakisches Institut Berlin, mit freundlicher Unterstützung von Frau Viera Polakovi´cova

Wilfried und Ruth Angele Brunhilde Aurenz, Jägerhof Dr. Maike Bastian Renate Blaser Drs. Peter und Daniela Clement Dr. Wolfgang Dieing Dr. Hans Diebolder Ursula Friedel Kristin Fischer Manfred und Christa Haaga Johanna Hofer-Kink Alwine Immler Dr. Gerhard Jennemann Hans Joachim Kienzle Dr. Ingeborg Krauß Irmingard Konzelmann Dr. Wolf-Dieter Massoth Margot Migoni Josefine Merk Rolf und Brigitte Pawelka Margret und Rainer Pscheidl Elisabeth Romer Gerhard Sailer Dr. Klaus-Peter Schirmer Anne-Rose Schlagenweith Christa Schmid Dorothea Schulz Dr. Alexander Sochor

Stadt Isny (Zuschuss und Bauhofleistungen sowie Unterstützung durch das Büro für Kultur, das Büro für Tourismus und das Hauptamt),

den Stiftungen Baden-Württemberg Stiftung Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) Trude-Scerri-Littmann Stiftung, mit freundlicher Unterstützung von Rolf Pawelka den Sponsoren Herrn Johannes Lehmann, Isny, mit freundlicher Unterstützung von Judit Eschwey-Nuber Wolfgang Brunner, Firma Zebris, Isny SFM-Bikes, www.sachs-bikes.de den auswärtigen Spendern Dr. Roland Berlinger, Lindenberg Manfred und Gudrun Buck, Mengen Hildegard Debert, Argenbühl Karin Decker, Maierhöfen Hilde Faber, Riemerling Tamas und Giséle Kertai, München Peter Kübel, Salem

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Ein herzliches Dankeschön

Brauerei Stolz Waltraude Taczyk Hans u. Ursula Westhäußer

Herr Basmann vom Isny-Kino (stellt die Stühle kostenlos zur Verfügung)

für die Zusammenarbeit, ehrenamtliche Hilfe und Mitarbeit

den Gastgebern

Christine Bremer-Frömmert

Fam. Aurenz, Berghotel Jägerhof Fam. Blaser Sziede Fam. Dr. Dittmar Frau Gengnagel Fam Gutmair Fam. Rimmele, Hotel Hohe Linde Fam. Lenke Fam Lüder/ Hofer Fam Pareth Fam. Dres. Proebster- Massoth Fam. Mengesdorf Götz Fam Müller Dres Naschold Fam Pareth Fam. Rupf-Bolz Frau Schmelzenbach Fam. Schmid Frau Schottmüller

(Vorsitzende Verein Isny-Oper)

Kulturbüro, Isny Marketing GmbH Organisatorische Unterstützung und Presse

Dorle Brunner (Gästeunterbringung)

Irene Schauer (Verein Isny-Oper, Finanzverwaltung)

Robert Leiprecht (Kassenprüfung)

Roswitha Boneberger (Layout, Anzeigen und Werbung)

Dorothee Schulz-Nowitzki (Requisiten)

Tino Kluge (Internetseite)

Jürgen Frömmert (technische Hilfe)

Peter Kübel

den Blumenspendern

(Verein Isny-Oper)

Dornröschen Blumen

Günter J. Neher

Gärtnerei u. Blumenwerkstatt Gutmair

(juristische Beratung)

Rolf Pawelka

für Leihe bzw. Spende von Material

(Unterstützung durch die Commerzbank)

Steffen Kamp "Der Kopierladen" Isny

Andrea Weinstock (Premierenfeier)

Brauerei Stolz, Isny

Linda und Franz Musch (Premierenfeier)

Siebdruckwerbung Ort & Kolb, Isny (Werbe-Banner)

u.v.a.

Firma Deiss, Argenbühl (erstellt die Bühnenkonstruktion )

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Ihre Unterstützung

Wir möchten Sie bitten Ihre Vorteile: auch unser Münchner und Stuttgarter Sie erhalten die Möglichkeit zur ReserviePublikum - unser Isny-Oper Festival zu rung der besten Plätze vor Beginn des eiunterstützen! gentlichen Vorverkaufs und Sie werden Seit 27 Jahren schaffen es der künstleri- regelmäßig über alle Aktivitäten des Isnysche Leiter Hans-Christian Hauser und Oper Festivals informiert. seine Truppe mit viel Idealismus, die Kunstform Oper in Isny zu präsentieren und Jahr für Jahr begabten jungen Sängern die Möglichkeit zur künstlerischen Ausarbeitung von Bühnenpartien und zu Auftritten auf Freilichtbühnen vor historischer Kulisse in Isny - zudem viele Jahre in Kempten und München und seit 2012 auch in Stuttgart - zu geben.

Auch eine einmalige Spende hilft uns. Gerne stellen wir Ihnen eine abzugsfähige Spendenbescheinigung fürs Finanzamt aus.

Redaktion: Hans-Christian Hauser (v.i.S.d.P.)

Organisat. Unterstützung und Presse: Kulturbüro, Isny Marketing GmbH

Artikel über Rossini, Schiller und die Komponisten des Festivalkonzertprogramms: Claudius Grath

Layout: Roswitha Boneberger

Bankverbindung:

Isny-Oper Festival e.V. Commerzbank Isny So konnte sich das Projekt zu einem klei- IBAN: DE30 6508 0009 0248 7780 00 DRESDEFF650 nen, aber feinen Festival entwickeln, das BIC: im Rahmen der Festivalkriterien des Ministeriums für Kunst Baden-Württemberg seinen festen Platz in der Festspielland- Kontakt: Freundeskreis der Isny-Oper schaft bekommen hat. Unterer Grabenweg 18 Als Mitglied im Freundeskreis haben Sie 88316 Isny im Allgäu die Möglichkeit, unser Projekt mit einem Telefon: 07562 97563-50 finanziellen Beitrag zu unterstützen. [email protected]

www.isny-oper.de

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Telefon: 0 83 83 - 922 80 91 www.a llc om pr o.de - inf [email protected] a llc om pr o.de

PC und La ptop-R e pa r a tur e n ... j e g l i c h e r A r t ... PC: VIRENBESEITIGUNG AUFRÜSTUNG BESCHLEUNIGUNG N E U I N S TA L L AT I O N E N u n d v i e l e s m e h r. . . LAPTOP: G R A F I K K A R T E N R E PA R AT U R D I S P L AY R E PA R AT U R L A D E B U C H S E N R E PA R AT U R u n d v i e l e s m e h r. . .

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